Mordfall Fabian (†8): Sprach die Angeklagte ein Alibi ab?

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Von Helmut Reuter

Rostock - Die wegen Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau ist auch nach der Schilderung eines zweiten Zeugen schon einen Tag vor dem offiziellen Fund der Kinderleiche am Fundort gewesen.

Anwalt, Thomas Löcker (v.l.n.r.), die Angeklagte (30) und Anwalt Andreas Ohm im Saal des Landgerichts während der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian.
Anwalt, Thomas Löcker (v.l.n.r.), die Angeklagte (30) und Anwalt Andreas Ohm im Saal des Landgerichts während der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian.  © Bernd Wüstneck/dpa

Sie habe ihn am 13. Oktober 2025 abends angerufen und ihn gebeten, mit ihr zum Tümpel bei Klein Upahl zu fahren. Sie seien dann dorthin gefahren. "Dann habe ich den Jungen da halt liegen sehen", sagte der Zeuge am zwölften Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock.

Beide trafen gegen Mitternacht an dem Tümpel ein, den die Angeklagte laut Zeuge als "Schweinesuhle" bezeichnete. Sie habe ihn dann gebeten, er solle den Leichnam anleuchten, und dann gemeint: "Das ist zu 100 Prozent Fabian."

Eine emotionale Reaktion habe sie nicht gezeigt, allerdings beim Tümpel noch gesagt, dass der Leichnam gebrannt habe oder angezündet worden sei. Auf der Rückfahrt habe die Angeklagte gelacht, wobei sie ihm sagte, dass sie nicht mehr weinen könne und sich das dann oft bei ihr in Lachen umkehre.

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Laut dem Zeugen waren er und die Angeklagte ungefähr eine Minute an dem Tümpel, bevor sie wieder zurück in das wenige Kilometer entfernte Dorf im Landkreis Rostock fuhren, in dem beide als Nachbarn wohnten. Die Angeklagte habe noch gefragt, ob sie die Polizei informieren sollten. "Was willst Du der Polizei denn erzählen? Das glaubt uns kein Schwein", habe er daraufhin geantwortet.

Fall Fabian: Ein weiterer Zeuge sei mit der Angeklagten bereits am Fundort gewesen

Fabian starb im Oktober 2025 einen gewaltsamen Tod. Seine Mutter hat darum gebeten, Bilder von ihm nicht zu pixeln.
Fabian starb im Oktober 2025 einen gewaltsamen Tod. Seine Mutter hat darum gebeten, Bilder von ihm nicht zu pixeln.  © Polizeipräsidium Rostock

Bereits vorige Woche hatte ein Zeuge vor der Schwurgerichtskammer ausgesagt, dass er zuvor ebenfalls am 13. Oktober mit der Angeklagten an dem Tümpel war.

Die Angeklagte selbst informierte die Polizei erst am 14. Oktober und sagte, sie habe den Leichnam des Kindes zufällig beim Spaziergehen mit dem Hund entdeckt. Dabei wurde sie von einer Bekannten begleitet.

Breiten Raum der Vernehmung nahm auch eine Absprache zwischen der Angeklagten und dem Zeugen über den Tagesablauf am 10. Oktober ein. Dazu wurde ein abgehörtes Telefonat zwischen beiden vom 21. Oktober vorgespielt, in dem beide Absprachen für ein Alibi trafen.

Zeuge beschreibt Angeklagte als manipulativ und aufbrausend

Die Angeklagte wartete mit einer Fußfessel im Saal auf die Fortsetzung des Prozesses.
Die Angeklagte wartete mit einer Fußfessel im Saal auf die Fortsetzung des Prozesses.  © A7120 Bernd Wüstneck/dpa

Sollte der Zeuge bei der Polizei irgendetwas sagen, was nicht passe, würde sie abgeholt, fürchtete die Angeklagte. Sie habe Angst, dass man ihr etwas anhängen und in die Schuhe schieben wolle.

Der Zeuge beschrieb die Angeklagte als manipulativ und mitunter aufbrausend. Wenn man länger mit ihr spreche, dann gebe es keine Widerworte. "Da wird schön zugestimmt. Wenn Widerworte kommen, dann gibt es eine Explosion."

Der Zeuge selbst konnte sich nicht mehr konkret an den Tagesablauf am 10. Oktober, einem Freitag, erinnern. Er sei "heilfroh", dass die Angeklagte, die er seit 2020 kenne, ihm da geholfen habe.

Damals habe er aussagen sollen, dass er am Vormittag mit ihr zusammen gewesen sei und dann mit ihrem Hund spazieren war.

Am Donnerstag geht der Prozess weiter

Laut Staatsanwaltschaft starb der Junge am 10. Oktober. Die Anklage wirft der 30-jährigen Deutschen vor, ihn mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Die Angeklagte, die seit 7. November 2025 in Untersuchungshaft sitzt, schweigt bislang zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt. Dann soll die Bekannte gehört werden, die am 14. Oktober mit ihr spazieren und als Dritte am Fundort gewesen sein soll.

Zudem sind drei Polizeibeamte als Zeugen geladen, die zur Auffindesituation von Fabians Leiche aussagen sollen.

Erstmeldung um 11.13 Uhr, zuletzt aktualisiert um 16.17 Uhr.

Titelfoto: Fotomontage: Bernd Wüstneck/dpa, Polizeipräsidium Rostock

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