Mordfall Maria (†19): Angeklagter gesteht Tötung nach mehr als 41 Jahren

Von Angelika Resenhoeft

Aschaffenburg - Fast 42 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 19-jährigen Maria hat der mutmaßliche Täter das Verbrechen gestanden.

Die damals 19 Jahre alte Maria wurde am 30. Juli 1984 getötet, ihr Leichnam wurde zwei Tage später entdeckt.  © Kriminalpolizei Aschaffenburg/dpa

"Es tut ihm sehr leid, dazu steht er auch", sagte die Verteidigerin des 67-Jährigen, Diane Waterstradt, zu Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht Aschaffenburg.

Er habe die junge Frau im Rahmen eines Streits getötet, im Affekt. "Mein Mandant war damals sehr verletzt, aber nicht übermäßig eifersüchtig", sagte die Anwältin. "Er war vorher und nachher auch nie gewalttätig." Die Motive, die die Anklage annehme, lägen nicht vor.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte bei der Tat am 30. Juli 1984 heimtückisch gehandelt hat, aus Eifersucht und Rache.

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Für den Mordprozess sind fünf Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt. Dem staatenlosen Verdächtigen droht bei einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe - alle anderen Straftaten wie Totschlag sind verjährt.

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Maria wurde mit Netzschal erwürgt

In diesem Wohnhaus in Aschaffenburg wurde Marias Leiche am 1. August 1984 aufgefunden.  © Daniel Löb/dpa

"Die Geschädigte Maria Köhler machte dem Angeklagten deutlich, dass die Beziehung beendet sei und dass er sie nicht mehr besuchen solle", sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Bundschuh bei der Anklageverlesung.

"Hierauf entwickelte sich zwischen den beiden ein Streit mit wechselseitigen Beschimpfungen und Beleidigungen, möglicherweise auch mit Ohrfeigen."

Danach soll alles ganz schnell gegangen sein. "Spätestens in dieser Situation fasste der Angeklagte den Entschluss, die Geschädigte Maria Köhler zu töten", so Bundschuh.

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Der damals 25-Jährige soll sich in seiner Wut den Netzschal seiner Ex-Freundin geschnappt und die junge Frau damit stranguliert haben.

Angeklagter floh nach Marias Tod in die Türkei

Der Angeklagte sitzt neben seiner Anwältin im Gerichtssaal: Für den Mordprozess vor dem Landgericht Aschaffenburg sind bislang fünf Verhandlungstage angesetzt.  © Daniel Löb/dpa

"Der Angeklagte handelte aus einer krassen, übersteigerten und jeglichen nachvollziehbaren Grund entbehrenden Eifersucht, weil die Geschädigte Maria Köhler sich einem anderen Mann (...) zugewandt hatte", ist der Ankläger überzeugt.

Zudem habe er sich rächen wollen, weil das Opfer ihm nicht durch eine Heirat zu einem Aufenthaltstitel in Deutschland verholfen habe.

Der Leichnam von Maria wurde am 1. August 1984 in einem Wohnheim für angehende Krankenschwestern aufgefunden. Der Angeklagte hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in die Türkei abgesetzt, wo er geboren wurde.

Ende 2024 nahmen sich Altfall-Ermittler das ungelöste Verbrechen wieder vor und fanden den Mann in der Türkei.

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