Pferdemädchen Gina H.: So tickt die Angeklagte im Mordfall Fabian (†8)

Güstrow - Am Montag erklärte die Staatsanwaltschaft Rostock die Ermittlungen im Mordfall Fabian (†8) für beendet und erhob Anklage gegen die Ex-Freundin des Vaters. Eine Frau, der Fabian blind vertraut hat.

Gina H. wurde auf dem Grundstück ihrer Großeltern in Reimershagen festgenommen.  © Philip Dulian/dpa

Gina H. lebte zusammen mit ihrem Sohn bei ihren Großeltern, in einem Einfamilienhaus im kleinen Dorf Reimershagen. Der kleine Fabian ging hier ein und aus.

Am 6. November 2025 wurde die damals 29-Jährige auf diesem Grundstück festgenommen. Die Ermittler hielten sie für dringend Tatverdächtig. Vier Monate später erhoben sie Anklage gegen die Ex-Freundin des Vaters.

Sie werfen ihr vor, Fabian heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet zu haben. Mit sechs Messerstichen in den Oberkörper.

Mord Mordfall Fabian (†8): Steht die Anklage gegen die Tatverdächtige auf der Kippe?

Um Spuren zu verwischen, soll die Mecklenburgerin den Leichnam des Jungen anschließend angezündet haben.

Die Frau, die die Ermittler später selbst zur Leiche geführt hat, die gegenüber Medien angab, Fabian wie ihr eigenes Kind geliebt zu haben.

Durch den Leichenfund rückte die Pferdenärrin, die fünf Pferde auf der Koppel gegenüber des Hauses ihrer Großeltern hat, schon früh in den Mittelpunkt. Wie der stern berichtet, hatte H. keinen guten Ruf in der Gegend. Ihr hing das Gerücht an, dass sie ein totes Pferd im Garten verbrannt habe.

Die zuständige Behörde entkräftete das Gerücht. "Das Pferd wurde nicht verbrannt", sagte eine Sprecherin des Landkreises Rostock dem stern.

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Gina H.: "Alles, was ich wollte, war ein Leben mit ihm für die Ewigkeit"

Gegen Gina H. wurde Anklage wegen des Verdachts des heimtückischen Mordes erhoben.  © Danny Gohlke/dpa

Die Frau mit den Pferde-Tattoos auf den Oberarmen zeigte sich in den sozialen Medien selbstbewusst und offenbar zu freizügig, zumindest für die Leute in der Umgebung, wie der Stern in Gesprächen mit der Nachbarschaft und ihrem Umfeld heraushörte.

Schon früh wurde spekuliert, dass die Trennung mit Fabians Vater etwas mit der mutmaßlichen Tat zu tun haben könnte.

In den sozialen Medien berichtete sie selbst davon, wie schwer sie die Trennung von Fabians Vater getroffen hat. "Alles, was ich wollte, war ein Leben mit ihm für die Ewigkeit", habe sie in ihrer Instagram-Story geschrieben. "Nun stehe ich wieder alleine da und habe alles verloren."

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Dem stern liegt eine Sprachnachricht von H. an einen Bekannten vor. Da würde sie mit trauriger Stimme erzählen, warum es zur Trennung mit Fabians Vater gekommen sei. In seinen Augen hätte sie sich vor anderthalb Jahren verändert, als sie ihr Pferd und ihren Vater verlor.

Sie hätte nicht mehr funktioniert, wie er es sich vorgestellt habe. "Dann war immer viel Streit, viel Stress, viel Diskussion", sagte H. in der Sprachnachricht. "Und trotzdem habe ich nie aufgegeben und immer weitergekämpft."

Staatsanwaltschaft äußert sich nicht zu möglichem Motiv

Oberstaatsanwalt Harald Nowack äußerte sich noch nicht zu einem möglichen Motiv der Angeklagten.  © Bernd Wüstneck/dpa

Ein erfolgloser Kampf. Ein paar Wochen vor Fabians Tod, im August, habe ihr Ex seine Sachen gepackt und sei verschwunden. Das erzählt man sich zumindest im Ort.

Hat sie ihrem ehemaligen Partner Fabian, das Wichtigste in seinem Leben, genommen, weil sie ihn nicht haben konnte? War es Rache? Antworten auf diese Fragen lieferte die Staatsanwaltschaft Rostock noch nicht. Zu einem möglichen Motiv äußerte man sich nicht.

Auch Fabians Vater hat bislang geschwiegen. Er soll sich allerdings nach der Verhaftung seiner Ex-Freundin noch um deren Pferde gekümmert haben.

Der Verteidiger der Angeklagten, Andreas Ohm, bezog noch keine Stellung zu der Anklage gegen seine Mandantin. "Mir ist die Anklage noch nicht zugestellt worden", sagte er am Montag dem stern.

Auch nach der Anklageerhebung gilt die Unschuldsvermutung.

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