Schüsse in Jugendeinrichtung mit sechs Toten: Drei Opfer aus der Region Hannover, drei weitere aus Stade

Stade - Durch die tödlichen Schüsse am Montag in Stade wurden insgesamt sechs Menschen (vier Frauen und zwei Männer) getötet. Jetzt steht fest: Drei von ihnen stammen aus der Region Hannover, die drei Weiteren kommen aus Stade.

Vor der Absperrung haben Menschen am Dienstag zum Gedenken an die sechs Opfer Blumen gelegt und Kerzen angezündet.  © JOTO

Ein 45 Jahre alter Mann soll in der Stadt westlich von Hamburg auf die Menschen geschossen haben. Laut Polizei waren die getöteten Frauen und Männer alle Mitarbeitende in der Jugendhilfeeinrichtung, in der sich das Unglück zutrug.

Zwei Frauen und ein Mann aus der Region Hannover befanden sich unter den Todesopfern. Die Mitarbeiter hielten sich zu einem Hilfeplangespräch in der Einrichtung auf, wie die Region am Dienstag mitteilte.

Außerdem gehörten zwei Frauen und ein Mann, die bei der Stader Jugendhilfeeinrichtung arbeiteten zu den Verstorbenen.

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"Viele unserer Mitarbeitenden trauern und stehen unter dem Eindruck dieser schrecklichen Tat. Sie in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen, hat für uns höchste Priorität", so die Region Hannover.

Am Dienstagabend soll es eine Andacht für Trauer und Anteilnahme geben. Die evangelische Kirche lädt dafür um 18 Uhr in die Stader St.-Wilhadi-Kirche ein.

Der Tatort ist nach Angaben eines Reporters vor Ort auch am Dienstag wieder weiträumig von der Polizei mit Flatterband in zwei Zonen abgesperrt worden: eine innere, die nur für Anwohner begehbar sei sowie eine äußere Zone. Vor der äußeren Absperrung haben Menschen zum Gedenken an die sechs Todesopfer Blumen gelegt und Kerzen angezündet. Die Absperrungen sollen vermutlich noch den ganzen Dienstag über andauern.

Inzwischen wurden zudem Spezialisten aus anderen Teilen Niedersachsens hinzugezogen werden, um zu ermitteln, gab ein Polizeisprecher bekannt. Außerdem bereitet die Polizei die Einrichtung einer Mordkommission vor.

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Einsatzkräfte der Spurensicherung waren am Montag vor Ort ...  © Fabian Höfig/NEWS5/dpa
... und sicherten Spuren und Beweismittel am Tatort.  © Ulrich Perrey/dpa

Nach Schüssen in Stade: Friedrich Merz ist "erschüttert bis ins Mark"

Unklar sei weiterhin, wie es mit dem Hauptverdächtigen weitergeht, den die Polizei kurz nach der Tat festnahm. Außerdem nahmen die Beamten eine 65-jährige Frau fest, sie war die Fahrerin des Fluchtfahrzeugs. Ein möglicher Haftbefehl könnte im Laufe des Dienstags erlassen werden, sofern der Staatsanwaltschaft die Ermittlungsergebnisse vorliegen.

Neben der Frage, wie es mit dem Hauptverdächtigen weitergehe, bleiben auch die Fragen zu Tatwaffe und Tathergang weiterhin offen. Aus ermittlungstaktischen Gründen sagte die Polizei bisher nicht, um welche Art von Waffe es sich handelte.

Die Polizei bittet weiterhin um die Mithilfe der Bevölkerung. Das Hinweisportal ist geöffnet: Besonders Bild- und Videomaterial, welches im Zusammenhang mit dem Ereignis stehen könnte, werde für die Ermittlungen benötigt.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) drückte am Montagabend sein Mitgefühl aus. "Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark", schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X. Viele Menschen, "die helfen und schützen wollten", hätten ihr Leben verloren oder seien verletzt worden.

"Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen." Zudem dankte er den Polizistinnen und Polizisten "für ihren schnellen Einsatz".

Erstmeldung um 7.37 Uhr, aktualisiert um 15.39 Uhr.

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