Tödliche Schüsse in Stade: Staatsanwaltschaft bestätigt Kindesverletzung

Von Britta Körber

Stade/Hannover - Nachdem sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung mit Mutter-Kind-Wohngruppen in Stade erschossen worden waren, führt die Staatsanwaltschaft Hannover nun ein Ermittlungsverfahren gegen den Tatverdächtigen wegen des Verdachts der Bedrohung.

Die Markierungen auf dem Pflaster vor dem Gebäude einer Jugendeinrichtung deuten auf die schreckliche Tat hin.  © Jörn Hüneke/dpa

"Der Beschuldigte soll am 22. April im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Tochter wegen eines Schütteltraumas gegenüber Ärzten der MHH aggressiv aufgetreten sein und ihnen verbal gedroht haben", teilte ein Sprecher der Behörde mit. Die Ermittlungen dauerten an.

Eine von dem 45-Jährigen am 5. Mai an die Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover versandte Mail erfülle dagegen nicht den Tatbestand der Bedrohung. Das Verfahren wurde eingestellt, wie es weiter hieß.

Im Sorgerechtsstreit um das dreimonatige Kind steht zudem noch eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle aus.

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Beide Elternteile hatten Beschwerde eingelegt

Blumen und Kerzen wurden in der Nähe der Einrichtung niedergelegt.  © Jörn Hüneke/dpa

Beide Elternteile hätten Beschwerde gegen ein familiengerichtliches Eilverfahren vom Amtsgericht Neustadt am Rübenberge eingelegt, bestätigte eine Sprecherin des OLG.

Das Amtsgericht hatte unter anderem angeordnet, dass die Kindsmutter und die Tochter gemeinsam in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht werden sollen. Zudem bestätigte das Amtsgericht in seiner Entscheidung, dass den Eltern die Gesundheitssorge entzogen bleibt.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass das Motiv für die tödlichen Schüsse am Montag auf sechs Menschen in Stade der Sorgerechtsstreit ist. Der 45 Jahre alte Tatverdächtige aus dem Raum Hannover sitzt in Untersuchungshaft.

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Auch die Tatbeteiligung der beiden Frauen - die Mutter des Babys und die Begleiterin des 45-Jährigen - ist noch Gegenstand der weiteren Ermittlungen, bestätigte die Staatsanwaltschaft Stade. Weitere Details wolle man derzeit nicht nennen.

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