Versuchter Auftrags-Mord? 56-Jähriger überlebte extrem brutale Attacke nur mit Glück

Kassel/Vellmar - Eine äußerst brutale Attacke gegen einen 56-jährigen Mann im nordhessischen Vellmar bei Kassel beschäftigt schon seit Monaten die Polizei. Doch inzwischen konnten die Beamten einige wichtige Ermittlungserfolge erzielen – drei Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Diese Grafik der Polizei in Nordhessen zeigt die Lage des Tatorts sowie zwei Positionen eines verdächtigen geparkten Autos in Vellmar bei Kassel.
Diese Grafik der Polizei in Nordhessen zeigt die Lage des Tatorts sowie zwei Positionen eines verdächtigen geparkten Autos in Vellmar bei Kassel.  © Polizeipräsidium Nordhessen

Es geht um einen mutmaßlichen Auftrags-Mord aus Habgier, wie das Polizeipräsidium Nordhessen und die Staatsanwaltschaft Kassel am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

Die brutale Tat ereignete sich bereits am Morgen des 25. Juni. Der 56-Jährige wurde in seinem Geschäft in Vellmar blutüberströmt und mit massiven Kopfverletzungen aufgefunden.

Schon damals stand der dringende Verdacht im Raum, dass der Mann zum Opfer einer gezielten Attacke geworden war.

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Später erhärtete sich dieser Verdacht, die Polizei ging von einem "versuchten Tötungsdelikt" aus und wandte sich mit einem Fahndungsplakat an die Öffentlichkeit.

Wie am Mittwoch weiter berichtet wurde, konnte die Polizei bereits im August drei Verdächtige im Alter von jeweils 35, 55 und 60 Jahren festnehmen.

"Der 55-Jährige aus Kassel ist dringend verdächtig, aus Habgier den Mord an dem 56-jährigen Opfer in Auftrag gegeben zu haben", erläuterte ein Sprecher.

Offenbar stand das spätere Opfer in Geschäftsbeziehungen mit dem 55-Jährigen.

Lebensgefährliche Kopfverletzungen mit "verschiedenen Schlagwerkzeugen"

Das Bild zeigt das vollständige Fahndungsplakat der Polizei in Nordhessen zu der äußerst brutalen Attacke in Vellmar.
Das Bild zeigt das vollständige Fahndungsplakat der Polizei in Nordhessen zu der äußerst brutalen Attacke in Vellmar.  © Polizeipräsidium Nordhessen

Demnach sollen der 60-Jährige aus Dortmund und der 35-Jährige aus Ahaus (Nordrhein-Westfalen) als Mittelsmänner bei der Anheuerung des noch unbekannten Täters fungiert haben.

Der Auftragskiller fügte seinem Opfer "mit verschiedenen Schlagwerkzeugen" lebensgefährliche Kopfverletzungen zu.

Der 56-Jährige wurde dabei bewusstlos, wachte aber nach der Flucht des Angreifers wieder auf und wählte selbst den Notruf – dieser glückliche Umstand rettete sein Leben.

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Die Jagd nach dem Täter dauert weiter an. Die Polizei vermutet, dass der erfolglose Killer sich ins Ausland abgesetzt hat.

Zudem werten die Ermittler weiter umfangreiches Beweismaterial aus, welches bei der Durchsuchung mehrerer Wohnungen und anderer Objekte in Kassel, Vellmar, Dortmund, Ahaus, Lüdenscheid und Xanten sichergestellt wurde.

Im Sommer lag zu dem unbekannten Täter nur eine vage Beschreibung vor:

  • circa 1,80 Meter groß
  • etwa 30 Jahre alt.

Zudem suchten die Ermittler damals nach einem dunklen Auto älteren Baujahrs, das möglicherweise im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen versuchten Auftrags-Mord steht.

Zeugen können sich unter der Telefonnummer 05619100 bei der Polizei in Nordhessen melden.

Titelfoto: Polizeipräsidium Nordhessen

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