Halle (Saale) - Mehr als 30 Körperverletzungen, kleinere Brände, Sachbeschädigungen sowie Verletzte durch das Hantieren mit Feuerwerkskörpern - so die Bilanz der Polizeiinspektion Halle für die Saalestadt sowie den Saalekreis, Burgenlandkreis und den Landkreis Mansfeld-Südharz. In einem Fall mussten Beamte mit der Waffe drohen.
Der Einsatz ereignete sich gegen 1.15 Uhr in Bad Dürrenberg im Saalekreis, wo ein aggressiver 47-Jähriger im betrunkenen Zustand Böller von seinem Balkon geworfen hatte. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand.
Beamte statteten dem Mann einen Besuch ab. Als dieser öffnete, soll er eine Eisenstange in der Hand gehalten und diese bedrohlich in die Höhe gehalten haben. Die Polizisten drohten daraufhin mit Schusswaffeneinsatz und forderten den Mann auf, die Stange abzulegen.
Der 47-Jährige kam dem nach. Da er jedoch nach wie vor aggressiv reagierte, wurde der Mann in Verhinderungsgewahrsam genommen.
Ebenfalls im Saalekreis verletzte sich ein 28-Jähriger aus Merseburg beim Zünden von Böllern schwer an der Hand, woraufhin er in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Bei den Knallkörpern soll es sich um Böller der Feuerwerkskategorie 4 gehandelt haben, welche nur von Personen mit Fachkundenachweis verwendet werden dürfen.
Die Polizei stellte weitere Pyrotechnik dieser Art vor Ort sicher.
36-Jähriger schwer verletzt, Raketen treffen Balkons
In Naumburg im Burgenlandkreis verletzte sich kurz nach Mitternacht ein 36-Jähriger beim Zünden einer Batterie schwer. Der Mann soll sich dabei nach vorn gelehnt haben. Durch eine Fehlfunktion traf das Geschoss unmittelbar bei dem Anzündversuch die Stirn des Geschädigten. Der 36-Jährige kam zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus.
In Halle trafen Silvesterraketen gleich zwei Balkons, wodurch es in beiden Fällen zu Bränden kam, die auf die Wohnungen übergriffen. Beide sind derzeit nicht bewohnbar, zum entstandenen Schaden machte die Polizei keine Angaben.
Im ersten Fall mussten vier Personen wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Unter ihnen zwei Kinder.