Leipzig - Dreister geht es kaum. Mit falschen Dienstausweisen, wohl aus der DDR, gaben sich zwei Männer am Dienstagvormittag in Leipzig als Polizeibeamte aus und versuchten, einen 86-Jährigen zu beklauen, der zwei Wochen zuvor bereits einem Betrug zum Opfer gefallen war.
Die falschen Polizisten suchten den Senior gegen 10 Uhr in seiner Wohnung in Connewitz auf.
Dort gaben sie vor, vom Revier Leipzig-Südost zu kommen. Als angeblichen Beweis zeigten die zwei Männer dem 86-Jährigen ihre grünen Polizeiausweise in der Größe eines Sparbuchs.
Sie erzählten dem Mann, dass sie Einbrecher festgenommen hätten. Unter deren Diebesgut hätten sich unter anderem zwei Ringe und Geld befunden, die dem 86-Jährigen zwei Wochen zuvor gestohlen wurden.
An dem besagten 27. Februar gab ein bisher Unbekannter vor, dem Mann eine Jacke verkaufen zu wollen. Dieser ging darauf ein. Als der Dieb in der Wohnung war, schnappte er sich in einem unbeobachteten Moment zwei Ringe.
"Die falschen Polizeibeamten gaben nun vor, bei den vermeintlichen Tatverdächtigen sei neben seinen Ringen auch Bargeld aufgefunden worden, und zur Zuordnung müsse man jetzt die Seriennummern auf seinem zu Hause aufbewahrten Bargeld vergleichen", erklärte Polizeisprecherin Melanie Roeber.
Der 86-Jährige gab an, kein Geld zu Hause zu haben. Später wurde er dann doch skeptisch und rief die Polizei.
Täterbeschreibungen
Die beiden falschen Polizisten beschrieb er wie folgt.
1. Mann:
ca. 50 Jahre alt
ca. 1,70 Meter groß
Drei-Tage-Bart
sprach Deutsch ohne Akzent
Bekleidung: dunkle Oberbekleidung mit der Aufschrift "Polizei"
2. Mann:
ca. 50 Jahre alt
ca. 1,85 Meter groß
sprach Deutsch ohne Akzent
Bekleidung: dunkle Oberbekleidung mit der Aufschrift "Polizei"
Auch den Mann, der ihm am 27. Februar eine Jacke verkaufte, konnte der Senior beschreiben:
ca. 40 Jahre alt
sehr korpulente Statur
dunkler, nach hinten gegelter Kurzhaarschnitt
Tätowierung am rechten Oberarm
Bekleidung: dunkle lange Stoffhose, dunkles T-Shirt, dunkle Lederjacke
Polizei sucht Zeugen
Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder den Tatverdächtigen geben können.
Melden könnt Ihr Euch beim Polizeirevier Südost in der Richard-Lehmann-Straße 19 oder unter Tel. 0341/30300.
"Zudem weist die Polizei noch einmal darauf hin, dass es seit Anfang des Jahres einen neuen, bundeseinheitlichen Dienstausweis im Chipkartenformat gibt", klärt Roeber auf.
Alle Polizisten können diesen vorweisen.