Eklat an iranischer Botschaft: Demonstranten klettern über Zaun und reißen Flagge ab
Berlin - Die Wut über das Regime im Iran erreicht nun auch Berlin. Mehrere Demonstranten drangen am Dienstagabend auf das Gelände der iranischen Botschaft ein, um ein deutliches Zeichen zu setzen.
Im Stadtteil Dahlem stellte sich gegen 20 Uhr eine Gruppe mit einer historischen Fahne auf den Gehweg der Podbielskiallee direkt vor der Botschaft. Mitarbeiter des Objektschutzes sprachen die Personen an, woraufhin sie wieder verschwanden.
Rund anderthalb Stunden später das gleiche Spiel – erneut zogen sie nach einer Ansprache ab.
Doch um 22.45 Uhr kam die Gruppe zum dritten Mal zurück. Dieses Mal kletterten zwei Männer im Alter von 28 und 33 Jahren über den Zaun in der Peter-Lenné-Straße und gelangten auf das Botschaftsgelände.
Währenddessen lenkten drei Männer und eine Frau gezielt die Sicherheitskräfte ab.
Historische Fahne als Zeichen gegen das Regime gehisst
Auf dem Gelände rissen die beiden Männer die gehisste iranische Flagge ab, beschädigten die Halterung des Fahnenmasts und versuchten, zwei historische Fahnen zu hissen. Dabei handelte es sich um die iranische Flagge, wie sie bis zur Revolution im Jahr 1979 verwendet wurde.
Ein Objektschützer setzte daraufhin Pfefferspray ein. Kurz darauf traf die Polizei ein und forderte die Männer auf, das Gelände zu verlassen. Die beiden kamen der Aufforderung nach, wurden aber anschließend festgenommen.
Der 33-Jährige verletzte sich beim Überklettern des Zauns an der Hand und klagte über Augenreizungen durch das Reizgas. Er wurde vor Ort behandelt und später ambulant im Krankenhaus versorgt.
Wie der Pressesprecher der Polizei Berlin gegenüber TAG24 mitteilte, handelt es sich bei den Tatverdächtigen um fünf Männer mit iranischer Staatsbürgerschaft sowie eine Frau mit belgischer Staatsangehörigkeit. Alle sechs erhielten einen Platzverweis und wurden nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen.
Nun ermittelt der Staatsschutz des Landeskriminalamts. Den Beteiligten wird unter anderem Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch sowie die Verletzung von Flaggen und Hoheitszeichen eines ausländischen Staates vorgeworfen.
Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

