Er berief sich auf die Scharia: Passagier ohrfeigt Stewardess, weil er nicht neben einer Frau sitzen will
Von Marco Rauch
Düsseldorf - Ein 29-Jähriger soll auf einem Flug von der Türkei nach Düsseldorf eine Stewardess geschlagen haben, weil er offenbar aus religiösen Gründen nicht neben einer Frau sitzen wollte.
Nach Polizeiangaben soll er sich dabei auf die Scharia berufen haben, die religiöse Vorschriften und Gesetze umfasst, die aus islamischen Quellen abgeleitet werden. Der Vorfall ereignete sich bereits am Morgen des 1. Juni, wie die Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Zuvor hatte die "Bild" berichtet.
Nach Angaben der Polizei beruhte der Konflikt auf einem Streit um die Sitzordnung. Ersten Zeugenaussagen zufolge habe es der Passagier unter Verweis auf die Scharia abgelehnt, den Platz neben einer Frau einzunehmen.
Als eine Stewardess den Mann auf sein Verhalten ansprach, soll er der Frau unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben. Es soll sich dabei um eine Ohrfeige gehandelt haben.
Unmittelbar nach der Landung gegen 6 Uhr wurde die Bundespolizei am Düsseldorfer Flughafen alarmiert, um eine Anzeige wegen Körperverletzung aufzunehmen.
Beschuldigter räumt Tat ein
Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen deutschen Staatsangehörigen aus dem Ruhrgebiet, der türkische Wurzeln hat, wie die Polizei mitteilte. Der Mann habe die Tat bereits eingeräumt.
Die Strafanzeige wurde inzwischen zur weiteren Bearbeitung an das Polizeipräsidium Düsseldorf übergeben, wo die Ermittlungen fortgeführt werden.
Titelfoto: David Young/dpa
