Fahrverbot statt Spritztour: Für viele Tuner endete der "Car-Freitag" im Südwesten vorzeitig

Stuttgart/Mannheim - Der Karfreitag stand im Südwesten auch in diesem Jahr wieder ganz im Zeichen der Tuning- und Poserszene. Während gläubige Christen den stillen Feiertag begingen, nutzten zahlreiche Autoliebhaber den traditionellen "Car-Freitag" als Saisonstart für ihre aufgemotzten Wagen.

Die Polizei zog zahlreiche Wagen aus dem Verkehr. (Symbolfoto)  © Marius Bulling/dpa

Bei landesweiten Schwerpunktkontrollen deckte die Polizei Hunderte Verstöße auf und legte etliche Fahrzeuge noch vor Ort still. Trotz der vielen Beanstandungen blieb die Lage laut offiziellen Berichten jedoch weitgehend friedlich.

Im Bereich der Polizei Mannheim waren die Beamten von Freitagabend bis in die frühen Morgenstunden des Samstags im Dauereinsatz. Bei stationären und mobilen Kontrollen in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis nahmen die Beamten 95 Fahrzeuge und 144 Personen unter die Lupe.

Die Bilanz fiel hier besonders deutlich aus. Laut Polizeiangaben wurden insgesamt 92 Verstöße geahndet.

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Neben unerlaubten technischen Veränderungen und Manipulationen standen vor allem unnötiger Lärm und Abgasbelästigungen im Fokus der Ermittler.

Für fünf Fahrer war die Reise noch vor Ort beendet, da ihnen die Weiterfahrt untersagt wurde. Aufgrund gravierender Mängel stellte die Polizei zudem fünf Fahrzeuge sicher.

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Stuttgarter Fernsehturm als Hotspot der Szene

Die Autos wurden intensiv untersucht und einige von ihnen aus dem Verkehr gezogen. (Symbolfoto)  © Andreas Rosar/dpa

Ein ähnliches Bild bot sich in der Landeshauptstadt, in der sich die Kontrollen am Freitagnachmittag auf den Bereich rund um den Stuttgarter Fernsehturm in Degerloch konzentrierten. Zwischen 12 und 19 Uhr kontrollierte die Verkehrspolizei 96 Fahrzeuge und 112 Personen.

Zwar hielt sich hier der Großteil der Tuning-Fans an die Regeln, dennoch mussten 53 Fahrzeuge beanstandet werden.

Die Mängel reichten von unzulässigen Rad-Reifen-Kombinationen bis hin zu illegalen Leistungssteigerungen und manipulierten Abgasanlagen. Bei acht Fahrzeugen waren die Eingriffe so schwerwiegend, dass die Betriebserlaubnis mit sofortiger Wirkung erlosch; sechs Autos wurden direkt abgeschleppt.

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"Unser Ziel ist nicht die Schikane von Autoliebhabern, sondern die konsequente Bekämpfung von Gefahren im Straßenverkehr", erklärte Einsatzleiter Dimitrios Bastounis. Technischer Leichtsinn könne im Ernstfall tödliche Folgen haben.

Auch wenn der "Car-Freitag" den Höhepunkt der Aktionen markierte, ist für die Poser-Szene im Land noch keine Entwarnung in Sicht. Sowohl in Mannheim als auch in Stuttgart kündigte die Polizei an, den Kontrolldruck über die gesamten Osterfeiertage und darüber hinaus hochzuhalten.

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