Von Stefanie Järkel
Mannheim - Jahrelang hatte Freiburg die höchste Kriminalitätsrate in Baden-Württemberg. Nun ist Mannheim negativer Spitzenreiter.
Der tödliche Messerangriff auf einen Polizisten auf dem Marktplatz, die Amokfahrt mit zwei Toten: Mannheim war immer wieder mit aufsehenerregenden Straftaten bundesweit in den Schlagzeilen.
Im vergangenen Jahr ist die Stadt diejenige mit der höchsten Kriminalitätsrate im Land gewesen, wie aus dem Sicherheitsbericht des Innenministeriums hervorgeht. Umgerechnet 9498 Straftaten pro 100.000 Einwohner wurden demnach erfasst – das waren mehr als doppelt so viel wie im landesweiten Schnitt.
Damit hat Mannheim den jahrelangen Spitzenreiter Freiburg abgelöst. Der rutschte mit 9263 erfassten Straftaten pro 100.000 Einwohner auf Platz 2 im landesweiten Vergleich.
"Die Kriminalitätsbelastung in Mannheim konzentriert sich insbesondere auch auf den Bereich des Hauptbahnhofs", sagte eine Sprecherin der Stadt. "Er ist der höchstfrequentierte Bahnknoten in Baden-Württemberg, was ihn – mit der hohen Anzahl an Personen, die hier täglich verkehren und sich aufhalten – leider auch zu einem Kriminalitätsbrennpunkt macht."
Vergleichbares lasse sich auch an und in vielen weiteren Hauptbahnhöfen deutscher Großstädte beobachten.
Wie haben sich die Zahlen in Mannheim entwickelt?
Im vergangenen Jahr wurden laut Polizeipräsidium Mannheim insgesamt 30.207 Straftaten registriert – ein Rückgang um rund 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Dabei bleiben ausländerrechtliche Verstöße wie illegale Einreisen außen vor. In den vergangenen Jahren waren die Gesamtzahlen nach einem Tiefstand während des Corona-Jahres 2021 von 22.965 registrierten Straftaten wieder deutlich angestiegen.
Am häufigsten wurde laut Polizeipräsidium Mannheim im vergangenen Jahr Schwarzfahren erfasst: Das Erschleichen von Leistungen machte 3073 Fälle aus, es war damit rund jede zehnte registrierte Straftat. Allerdings ging die Zahl im Vergleich zu 2024 um rund 29,6 Prozent zurück.
Knapp dahinter lagen 2025 Ladendiebstahl mit 2873 registrierten Fällen (+ 1,4 Prozent) sowie Sachbeschädigung mit 2452 erfassten Straftaten (+5,8 Prozent).
Was tun die Behörden für die Sicherheit in Mannheim?
Die Stadtverwaltung verweist unter anderem auf den seit 2018 bestehenden KI-basierten "Intelligenten Videoschutz". Er diene der Überwachung und dem Schutz von öffentlichen Räumen durch die Polizei. Außerdem führte Mannheim Ende 2023 eine Waffen- und Messerverbotszone in Teilen der Innenstadt ein.
Die Stadtverwaltung betont zudem, dass bei der vergangenen Sicherheitsbefragung 2024 fast 80 Prozent der Befragten angegeben hätten, dass sie sich in ihrem Stadtteil sehr sicher oder ziemlich sicher fühlten.
Nur rund 22 Prozent fühlten sich demnach ziemlich oder sehr unsicher.