Gefälschte Behördenpost: Betrüger haben es auf sächsische Vereine abgesehen

Freiberg - Mit gefälschter Behördenpost vom Bundeszentralamt für Steuern (BzSt) versuchen Betrüger derzeit, sächsischen Vereinen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Benjamin Kahlert (42) vom Kreissportbund Mittelsachsen e.V. (KSB) warnt Vereine aus der Region vor der gefälschten Behördenpost.
Benjamin Kahlert (42) vom Kreissportbund Mittelsachsen e.V. (KSB) warnt Vereine aus der Region vor der gefälschten Behördenpost.  © Tim Fischer

In dem Schreiben werden Vereine über ein Ordnungsgeldverfahren wegen unterlassener Offenlegung von Jahresabschlüssen informiert und aufgefordert, mehrere Hundert Euro zu zahlen.

Die Schreiben sind professionell gestaltet, beinhalten Aktenzeichen, gesetzliche Verweise und eine namentlich genannte Ansprechperson, sodass auf den ersten Blick der Eindruck entsteht, dass es sich wahrhaftig um ein Schreiben vom Bundeszentralamt für Steuern handeln könnte.

Benjamin Kahlert (42) vom Kreissportbund Mittelsachsen e.V. (KSB) in Freiberg berichtet von drei Sportvereinen aus dem Landkreis. "Erfahrungsgemäß melden sich nicht alle betroffenen Vereine, insbesondere dann, wenn Schreiben frühzeitig als verdächtig erkannt oder ignoriert wurden."

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Einer der betroffenen Vereine ist der Ballspiel-Club Hartha e.V. Vereinspräsident Matthias Scheidig (62) erhielt die E-Mail Anfang Februar. "Wir wurden bei der IBAN stutzig, da diese nicht aus Deutschland stammte. Daraufhin haben wir umgehend den Kreissportbund Mittelsachsen über das Schreiben informiert."

Die Polizei bezogen sie nicht mit ein. Scheidig habe schon einige solcher Vorfälle angezeigt. Jedoch ohne Erfolg. Die Verfahren seien jedes Mal wieder eingestellt worden.

Bundeszentralamt für Steuern bringt Betrugsversuche zur Anzeige

Die Schreiben der Betrüger sind sehr professionell gestaltet.
Die Schreiben der Betrüger sind sehr professionell gestaltet.  © Kreissportbund Mittelsachsen e.V.

Der KSB bietet Vereinen seine Unterstützung an und prüft verdächtige Schreiben: "Die meisten Vereinsvorstände arbeiten ehrenamtlich und haben weder täglich mit Steuerrecht noch mit Behörden zu tun. Genau das machen die Betrüger sich zunutze", erklärt Kahlert.

Die Polizei Chemnitz meldete einen ähnlichen Fall von einem Verein in Annaberg.

"Grundlegend werden Ermittlungen wegen versuchten Betruges beziehungsweise Amtsanmaßung aufgenommen. In dem Rahmen wird dann geklärt, wer der Urheber dieser vermeintlichen amtlichen Schreiben ist", erläutert Polizeisprecher Andrzej Rydzik das Vorgehen.

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Wer eine solche Zahlungsaufforderung, die meistens per E-Mail verschickt wird, erhält, solle sich umgehend bei der Polizei melden. Zudem warnt Rydzik davor, enthaltene Links zu öffnen.

Das BzSt bringt grundsätzlich bekannt gewordene Betrugsversuche zur Anzeige. "Dieses Vorgehen dient dem Zweck, unsere Bildwortmarke zu schützen", heißt es vom BzSt auf Anfrage. Betroffene, die durch solch eine Betrugsmasche zu Schaden gekommen sind, müssen jedoch eigenständig Anzeige erstatten, um ihre Rechte geltend zu machen.

Titelfoto: Bildmontage: Kreissportbund Mittelsachsen e.V., Tim Fischer

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