Von Frank Christiansen
Ahaus - Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ist in der Nacht zum Mittwoch in Nordrhein-Westfalen ein zweiter Atommüll-Behälter von Jülich nach Ahaus gebracht worden.
Am frühen Morgen traf der Castor im Brennelemente-Zwischenlager Ahaus ein, wie ein Polizeisprecher berichtete. Der Transport sei demnach ohne besondere Vorkommnisse erfolgt.
Der Speziallaster mit dem Behälter war am Abend rund eine Stunde später als geplant in Jülich losgefahren. "Aufgrund von Verzögerungen in den Betriebsabläufen zur Vorbereitung des Transports kam es zu einem späteren Start als vorgesehen", erklärte die Polizei Münster.
Zu keinem Zeitpunkt sei dadurch aber eine Gefahrenlage entstanden, betonte die Behörde. Nähere Einzelheiten nannte die Polizei nicht.
Wie schon beim ersten Castor-Transport vor vier Wochen demonstrierten Atomkraftgegner gegen die Transporte.
Atomgegner veranstalten Mahnwachen in Jülich, Ahaus und Bottrop
Sie hatten sich am Abend zu Mahnwachen in Jülich, Ahaus und an der Transportstrecke in Bottrop versammelt. Ein Plakat in Jülich nannte die Transporte "konzeptlos, überflüssig und gefährlich".
In Ahaus nahmen an einer Kundgebung nach Angaben der Veranstalter rund 300 Menschen teil. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 180. Hintergrund der Transporte ist eine bereits 2014 ergangene Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen.
Castor ist die Bezeichnung für den Spezialbehälter, der die gefährliche Strahlung der transportierten Brennelementekugeln weitgehend abschirmt. Insgesamt sollen binnen mehrerer Monate 152 Behälter aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus gebracht werden.