Genervte Bekannte verpetzt abgetauchten Reichsbürger
Lucka/Chemnitz - Im beschaulichen Lucka (Landkreis Altenburg) an der thüringisch-sächsischen Grenze gelang der Polizei ein Fahndungserfolg: Thüringer Beamte schnappten den gesuchten Reichsbürger Frank E. (60).
Seit mindestens August 2024 war E. untergetaucht. Zuletzt suchte er Zuflucht bei einer Bekannten (59), die ihn schlussendlich mit der Unterstützung eines freien Reporters verpetzte.
"Eine 59-Jährige hat bei der Polizei angerufen, weil sie einem Bekannten Obdach gewährt hatte. Das aber jetzt nicht mehr will", bestätigte die Polizeidirektion Gera auf TAG24-Anfrage. Der Mann habe jedoch die Wohnung nicht verlassen wollen.
Die Polizei überprüfte den Bekannten und stellte fest: Es ist der seit Jahren gesuchte E., gegen den drei Haftbefehle und elf Aufenthaltsermittlungen von mehreren Staatsanwaltschaften vorliegen.
Am Montag schlugen die Beamten zu: "E. hat sich widerstandslos festnehmen lassen", so der Polizeisprecher. Anschließend wurde er direkt ins Gefängnis gebracht.
Die Staatsanwaltschaften freuen sich, denn der Erzgebirger muss sich nun unter anderem wegen Betrugs und Beleidigung verantworten.
Mit Sauerstoff-Flasche am Landgericht Chemnitz
Auch die Staatsanwaltschaft Chemnitz hatte nach E. gesucht. Am Landgericht sorgte der 60-Jährige im Mai 2022 für Aufsehen.
Zum Prozess-Auftakt wollte er keine FFP2-Maske tragen – sondern lieber ein Atemgerät mit Sauerstoff-Flasche! Damit kam er allerdings nicht ins Gericht.
Frank E. soll 2018 einen Jungen (damals 16) aus einem Heim nach Tschechien gebracht und dort an eine unbekannte Person übergeben haben. E. bestreitet jede Schuld.
Dem RTL-Reporter gegenüber, der bei seiner Verhaftung dabei war, stritt er ab, für die Entführung verurteilt worden zu sein.
Titelfoto: Haertelpress (2)

