Lindau - Im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee) hat die Bundespolizei fünf Hundewelpen in einem Transporter kontrolliert. Bei den mitgeführten Dokumente wurden die Beamten schnell misstrauisch.
Wie die Bundespolizei am Mittwoch mitteilte, gerieten zunächst zwei Fahrzeuge mit Schweizer Zulassung am Grenzübergang Lindau in den Fokus der Fahnder.
Die Fahrer wollten nach eigenen Angaben in derselben Nacht jeweils einen Welpen im Stadtgebiet kaufen.
Wenig später entdeckten die Beamten an einer Tankstelle die beiden Autos – und einen Transporter mit ungarischer Zulassung. Darin befanden sich sechs Hundekäfige; einer davon leer.
"Der 50-jährige ungarische Fahrer und sein 22-jähriger landsmännischer Beifahrer gaben an, einen Hund bereits in Österreich verkauft zu haben", teilte die Bundespolizeidirektion München mit.
Die Polizisten brachten die beiden Männer samt den kleinen Vierbeinern zur Dienststelle. "Bereits vor Ort hatten die Bundespolizisten Bedenken zur Echtheit dieser Dokumente. Zudem machte der Gesamtzustand der Tiere und des Transportes augenscheinlich einen für einen Tiertransport unzureichenden Eindruck."
Fahrer des Transporters war bereits 2023 im Visier der Beamten
Das am Morgen hinzugerufene Veterinäramt sah das Ganze sehr ähnlich, heißt es weiter. Außerdem befand sich unter den Tieren auch ein Bullterrier, dessen Einfuhr nach Deutschland nicht erlaubt ist.
Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 50-Jährige bereits 2023 in einem ähnlichen Fall an der tschechischen Grenze angezeigt worden war.
Damals ging es laut Bundespolizei um Urkundenfälschung und einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.
Von seinen rund 3300 Euro Bargeld, die der Mann bei sich hatte, musste er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kempten 3200 Euro als Sicherheitsleistung hinterlegen.
Die Bundespolizei zeigte ihn wegen schwerer Urkundenfälschung und schweren Betrugs an. Die Polizeiinspektion Lindau prüft weitere mögliche Verstöße.