Immer mehr Drohnen über sensiblen Zielen: Große Probleme bei Aufklärung

Von Bettina Grönewald

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen zählt zu den Schwerpunkt-Zielen von Drohnenüberflügen in Deutschland. Gründe seien die hier ansässige Industrie aus dem Bereich der sogenannten kritischen Infrastruktur sowie Firmensitze bedeutender Rüstungsunternehmen.

CDU-Politiker Herbert Reul (73) ist seit 2017 Innenminister des Landes NRW.
CDU-Politiker Herbert Reul (73) ist seit 2017 Innenminister des Landes NRW.  © Henning Kaiser/dpa

Das geht aus einem Bericht von NRW-Innenminister Herbert Reul (73, CDU) an den Düsseldorfer Landtag hervor.

Bei 25 im vergangenen Jahr vom Landeskriminalamt (LKA) ausgewerteten Einzelfällen aus dem Bereich politisch motivierter Kriminalität fällt die vorläufige Bilanz demnach mager aus: "In keinem der Fälle konnte ein Tatverdächtiger oder ein Drohnenführer festgestellt und die Tat aufgeklärt werden", heißt es in dem Bericht.

Bislang gebe es keine konkreten Erkenntnisse, die eine eindeutige Zuordnung zu ausländischen Staaten oder ihren Nachrichtendiensten zuließen. "Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern weiterhin an."

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Die Zahl der polizeibekannten Drohnensichtungen in NRW habe von 232 im Jahr 2024 auf 351 im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Dies sei eine Gesamtzahl ohne Differenzierung in Hinblick auf kritische oder militärische Infrastruktur.

Zur kritischen Infrastruktur (KRITIS) zählen Sektoren wie Energie, Wasser, Ernährung, Gesundheit, IT/Telekommunikation, Transport/Verkehr, Finanzwesen, Staat/Verwaltung sowie Medien/Kultur, deren Ausfall die öffentliche Sicherheit und Versorgung gefährden würde - etwa Stromnetze, Krankenhäuser, Lebensmittelketten und wichtige Verwaltungsfunktionen.

Drohnen für alles: Job, Spaß - und Kriminalität

Die Zahl der polizeibekannten Drohnensichtungen hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. (Symbolfoto)
Die Zahl der polizeibekannten Drohnensichtungen hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. (Symbolfoto)  © Friso Gentsch/dpa

Das Bundeskriminalamt habe im vergangenen Jahr bundesweit eine niedrige vierstellige Anzahl an Sichtungen über KRITIS-Standorten, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen dokumentiert, berichtete Reul.

"Davon wurde allein in Nordrhein-Westfalen eine niedrige dreistellige Anzahl registriert." Diese Fälle würden vom LKA weiter geprüft. "Das Spektrum an Einsatzmöglichkeiten für Drohnen ist vielfältig - auch für kriminelle Zwecke", warnte Reul.

Aufgrund ihrer zunehmenden Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit seien Drohen geeignete Tatmittel zur Ausspähung oder Sabotage. "Darüber hinaus können Drohnensichtungen zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen."

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Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 würden Drohnenüberflüge über KRITIS regelmäßig gemeldet. Auch die Spionageabwehr des Verfassungsschutzes registriere seitdem ein erheblich gestiegenes Meldeaufkommen zu Drohnenüberflügen bei militärischen Liegenschaften und KRITIS.

"Die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden beobachten die Entwicklungen - auch aus dem Ausland - intensiv", versicherte der Innenminister.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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