Cold Case nach mehr als 23 Jahren aufgeklärt: So starb Wilfried K.

Krefeld – Die Polizei hat wohl einen Mordfall in Würselen bei Aachen nach fast 23 Jahren aufgeklärt.

Gerhard Hoppmann von der Polizei Krefeld, Leiter der "Mordkommission Sandkuhle", spricht auf einer Pressekonferenz zu einem Mordfall von 1996.
Gerhard Hoppmann von der Polizei Krefeld, Leiter der "Mordkommission Sandkuhle", spricht auf einer Pressekonferenz zu einem Mordfall von 1996.  © Roberto Pfeil/dpa

Am Mittwochnachmittag informierte die Kriminalpolizei über die neuesten Ermittlungen im Fall Wilfried K., der im Jahr 1996 umgebracht worden war.

Vor einer Woche war ein 50-Jähriger aus dem Raum Aachen festgenommen worden, der sich seitdem in Untersuchungshaft befindet. Mehrere Zeugen hatten die Polizei auf die Spur des Mannes gebracht.

Der Tatverdächtige soll zusammen mit einem Mittäter Wilfried K. aus Habgier getötet haben. Die Ermittler sehen einen dringenden Tatverdacht und äußerten sich zum Tatgeschehen.

Die beiden Täter sollen im Jahr 1996 Kontakt zum späteren Opfer gehabt haben und diesen mehrmals in seiner Werkstatt aufgesucht haben. Beim Mord ging es offenbar um Geld, da Wilfried K. 5000 D-Mark bei sich hatte. 

Das Duo soll den Mann beraubt und ihm mit einem Schlagwerkzeug schwere Verletzungen insbesondere im Kopfbereich zugefügt haben. Zugeschlagen haben soll der Mittäter.

Danach sei der Leichnam dann in einen Teppich eingerollt zum späteren Fundort in 100 Kilometern Entfernung gebracht worden. Der Tatzeitraum liegt zwischen dem 23. November und 8. Dezember.

Der damalige Mittäter starb nach der Tat bei einem Verkehrsunfall. 

Laut Polizei hat sich der Beschuldigte noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Jedoch werden die Zeugenaussagen als belastbar eingestuft, sodass sich ein dringender Tatverdacht ergibt, der einen Haftbefehl und damit die Untersuchungshaft zur Folge hat.

Verbrechen im Jahr 1996 blieb lange ein Rätsel

Wilfried K. aus Würselen war im Jahr 1996 ermordet worden.
Wilfried K. aus Würselen war im Jahr 1996 ermordet worden.  © Polizei Aachen

Am 8. Dezember 1996 war in einer Sandkuhle bei Rheurdt-Schaephuysen eine nackte Männerleiche gefunden worden. 

Sehr lange Zeit war dann über die Identität des Toten gerätselt worden, und der Fall wurde zu einem ungeklärten Verbrechen, einem sogenannten "Cold Case".

Im Jahr 2019 war der Mordfall aber neu aufgerollt worden und durch einen Beitrag in der Fernsehsendung "AktenzeichenXY" gab es dann neue Hinweise.

Dank eines Phantombildes gelang endlich die Identifizierung des Toten. Dabei handelte es sich um den 44-jährigen Wilfried K. aus Würselen. Der Mann war von seiner Familie nicht als vermisst gemeldet worden, da die Vermutung bestand, er habe sich ins Ausland abgesetzt.

Seitdem suchten die Ermittler mit Hochdruck nach dem oder den Täter(n). Vergangene Woche gelang dann offenbar der entscheidende Durchbruch und die Polizei vermeldete die Festnahme eines Tatverdächtigen.

Titelfoto: Polizei Aachen

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