Mord aus Rache? Brüder nach Schüssen auf Familienvater angeklagt

Von Marion van der Kraats

Berlin - Rund ein halbes Jahr nachdem ein Geschäftsmann gezielt in Berlin-Weißensee erschossen wurde, hat die Staatsanwaltschaft drei Brüder unter anderem wegen Mordes angeklagt.

Der Anschlag auf den Familienvater ereignete sich am 31. Januar 2026.  © Fabian Sommer/dpa

Sie sollen das Opfer vor der Tat ausgespäht, am 31. Januar vor seiner Wohnung abgepasst und aus einem Auto heraus mehrere Schüsse abgefeuert haben. Der 44-Jährige starb auf dem Fahrersitz seines Transporters

Die Staatsanwaltschaft geht von "Blutrache" aus, wie ein Sprecher sagte. Die mutmaßlichen Täter im Alter von 32, 25 und 23 Jahren wollten demnach den Tod eines 31 Jahre alten Cousins vergelten. 

Dieser war am 19. Juli 2025 durch eine Messerattacke getötet worden, als 40 bis 60 Menschen vor einem Lokal in Berlin-Gesundbrunnen aufeinander losgingen.

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Die konkreten Hintergründe dafür sind laut Staatsanwaltschaft bis heute unklar. Nach Polizeiangaben von damals handelte es sich um "bestimmte kriminelle Milieus".

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Ermittler gehen von Racheplan aus

Das Oper verstarb auf dem Fahrersitz seines Transporters.  © Fabian Sommer/dpa

Spätestens drei Monate nach dem Tod des Cousins sollen die Beschuldigten einen Vergeltungsschlag beschlossen haben. Das Opfer gehört demnach der Familie an, die für den Tod des 31-Jährigen verantwortlich gemacht wird. Der 44-Jährige war Vater von sieben Kindern und lieferte mit seinem Transportunternehmen größere Elektrogeräte aus. 

Alle Beteiligten haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft die türkische Staatsangehörigkeit. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um Kurden, die aus dem Südosten der Türkei an der Grenze zu Syrien kommen und unterschiedlich lange in Deutschland leben. Keiner der Männer ist vorbestraft. 

Sie wurden nach längeren Ermittlungen festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft. Als erster Verdächtiger wurde nach den Angaben der 32-Jährige im Februar gefasst, zuletzt der 25-Jährige am 13. April. Nach den Ermittlungen sollen die Brüder nach der Tat das mutmaßliche Fluchtauto angezündet haben, um Spuren zu vernichten. 

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Das Landgericht Berlin muss nun entscheiden, ob und wann es zum Prozess gegen die Brüder kommt.

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