Nach blutiger Messerattacke in Solingen: 46-Jähriger in U-Haft
Solingen - Große Aufregung in der Innenstadt von Solingen (NRW): Aus einem Streit heraus sind am Mittwoch (01. April) zwei Männer mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Tatverdächtige befindet sich nun in Untersuchungshaft.
Wie die Polizei mitteilt, wird dem 46-Jährigen zweifacher versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Mann am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser entschied, dass er in Untersuchungshaft kommt.
Gegen 16.50 Uhr hatten Zeugen die Polizei gerufen, weil zwei Männer heftig aneinandergeraten waren. Zwei Beamte, die zufällig ganz in der Nähe einen Unfall aufnahmen, hörten das Geschrei und waren sofort vor Ort.
Als der Täter dann aber "nicht auf die Ansprache reagierte" und sich mit gezogenen Messer auf die Beamten zu bewegt habe, machten diese von ihrem Taser gebrauch und überwältigen den mutmaßlichen Täter. Vermutlich wurde dadurch noch Schlimmeres verhindert.
Zu diesem Zeitpunkt hatte der 46-Jährige aber bereits einen 48-jährigen Mann sowie einen 52-jährigen Zeugen, der eigentlich nur schlichten wollte, mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Beide mussten Notoperiert werden.
Amokübung an Solinger Gymnasium muss abgebrochen werden
Das blutige Messer lag noch auf der Konrad-Adenauer-Straße. Die Tat ereignete sich laut "Solinger Tageblatt" vor einem Gemüseladen.
Nach Angaben der Beamten sei es zwischen zwei Türken zu einem Streit gekommen. "Was der Auslöser für den vorausgegangenen Streit gewesen ist, ist bislang unklar", stellt der Sprecher der Polizei klar.
Jedoch nehme man an, das sich die beiden Männer bereits vorher kannten.
Neben den zahlreichen Polizisten, die schwer bewaffnet mit Maschinenpistolen anrückten, waren auch mindestens ein Rettungswagen und ein Notarztwagen in Solingen im Einsatz gewesen sein.
Aufgrund des Großeinsatzes musste eine Amokübung am Humboldtgymnasium abgebrochen werden, da die Einsatzkräfte in der Innenstadt gebraucht wurden.
Rund um die Konrad-Adenauer-Straße kam es außerdem zu massiven Verkehrsbehinderungen. Denn der gesamte Bereich von der Merian- bis zur Mummstraße war für Autos und Fußgänger gesperrt.
Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen. Dort kam es ebenfalls zu Behinderungen und Verspätungen.
Erstmeldung: 01. April 18.14 Uhr, Update: 02. April 14.50 Uhr.
Titelfoto: Gianni Gattus/dpa

