SEK im Einsatz: Fahrraddieb harrt mehr als 20 Stunden auf Dach aus

Solingen - Ein Fahrraddieb sorgte in Solingen für einen stundenlangen Einsatz von SEK, Polizei und Feuerwehr. Mehr als 20 Stunden saß er seit Montagmittag auf dem Dach eines Autohauses. Die Wetterlage verhinderte ein zügiges Eingreifen. Inzwischen ist der Einsatz beendet und der Mann wohlauf.

Seit Montagnachmittag sitzt ein mutmaßlicher Fahrraddieb in Solingen auf dem Dach eines Autohauses fest.
Seit Montagnachmittag sitzt ein mutmaßlicher Fahrraddieb in Solingen auf dem Dach eines Autohauses fest.  © Blaulicht Aktuell Solingen/Gianni Gattus

Am Montagmittag, gegen 13 Uhr, meldeten sich mehrere Zeugen bei der Polizei, weil ein Mann an der Cherusker Straße versuchte, in der dortigen Kleingartenanlage ein Fahrrad zu klauen.

Bei seiner Flucht kletterte der 35-Jährige zunächst über einen Zaun und türmte dann in Richtung eines Autohauses an der Schlagbaumer Straße. Dicht gefolgt von der Polizei endete die Flucht auf dem Dach des Gebäudes.

Dort spitzte sich die Lage zu, denn herunterklettern wollte der erfolglose Dieb nicht mehr.

Eiskalt erwischt: Lkw-Fahrer von Eisscholle getroffen
Polizeimeldungen Eiskalt erwischt: Lkw-Fahrer von Eisscholle getroffen

Die gesamte Nacht über hatten Familienangehörige und Einsatzkräften versucht, den Mann zur eigenständigen Aufgabe zu bewegen - ohne Erfolg. Über 20 Stunden harrte der Solinger letztendlich bei Minustemperaturen auf dem Autohaus aus.

Schnee und Glätte erschwerten einen Zugriff erheblich. Die Eigensicherung der Einsatzkräfte hatte von Beginn an oberste Priorität.

Nach Polizeiangaben handelte es sich um ein älteres Gebäude, was die Lasten des Schnees schon zu Tragen hatte. Weitere Personen auf dem Dach hätten dieses eventuell zum Einsturz bringen können.

Von einer Drehleiter aus versuchen die Einsatzkräfte, den Mann von einer Aufgabe zu überzeugen.
Von einer Drehleiter aus versuchen die Einsatzkräfte, den Mann von einer Aufgabe zu überzeugen.  © Tim Oelbermann

Bei Minustemperaturen: Dieb sitzt seit 17 Stunden auf Autohaus-Dach fest

Nach über 20 Stunden konnte eine Spezialeinheit der Polizei den 35-jährigen Solinger aus seiner gefährlichen Lage befreien.
Nach über 20 Stunden konnte eine Spezialeinheit der Polizei den 35-jährigen Solinger aus seiner gefährlichen Lage befreien.  © Tim Oelbermann

Mit einem polizeilichen Zugriffskonzept unter besonderer Berücksichtigung der Statik der unterschiedlichen Dachbereiche konnte die Person letztendlich am Dienstagvormittag gegen 10.35 Uhr von einer Spezialeinheit der Polizei auf dem Dach fixiert und unverletzt heruntergebracht werden.

Der polizeibekannte 35-Jährige wurde leicht unterkühlt in ein Krankenhaus verbracht, eine weitere psychologische Untersuchung ist geplant.

Wie ein Sprecher der Polizei Wuppertal gegenüber TAG24 erklärte, befand sich der Mann in einem "psychischen Ausnahmezustand". Bewaffnet sei der 35-Jährige nicht gewesen. Das SEK rückte aus, da sich der Mann aufgrund des Wetters selbst in einer gefährlichen Lage befindet.

Streit zwischen Passant und Winterdienstfahrer ufert aus: Fußgänger schlägt zu
Polizeimeldungen Streit zwischen Passant und Winterdienstfahrer ufert aus: Fußgänger schlägt zu

Die Feuerwehr hatte bereits frühzeitig Sprungpolster und Drehleiter in Stellung gebracht. Dafür wurde die Schlagbaumer Straße zwischen Germanenstraße und Alleestraße mehrfach für den Verkehr gesperrt. Das direkte Umfeld des Autohauses wurde abgeriegelt.

Erstmeldung: 6. Januar, 7.49 Uhr; zuletzt aktualisiert: 11.27 Uhr

Titelfoto: Tim Oelbermann

Mehr zum Thema Polizeimeldungen: