Berchtesgaden - Die Rossfeld-Panoramastraße in Oberbayern bietet einen malerischen Ausblick. Bei Schnee zieht die Straße Drifter an, die die Strecke für ihre waghalsigen Manöver nutzen. Ein Fall macht die Polizei besonders wütend.
"Am Rossfeld passiert es immer wieder, dass sich Personen oder Gruppen treffen, um ihre Fahrzeuge im Neuschnee zum Driften zu bringen und an die Grenzen zu gehen", berichtet Stefan Scharf von der Polizeiinspektion Berchtesgaden.
Immer wieder kommt es auf der Strecke zu Unfällen. Besorgniserregend ist ein Fall vom Wochenende, bei dem ein driftendes Auto mit einer gesamten Familie besetzt war.
"Das Dramatische war, dass Kinder mit im Fahrzeug waren. Auch wenn sie angeschnallt waren, sind solche Driftbewegungen extrem unverantwortlich", berichtet Scharf.
Die Familie sei Teil einer Gruppe aus dem Tennengau in Österreich gewesen, die mit einem Kleinwagen und zwei Pick-ups auf die verschneite Mautstraße gefahren sei. Dort fuhr die Gruppe in Schleuderfahrten durch den tiefen Schnee, bis der Kleinwagen aus Überhitzung den Geist aufgab.
Polizei zieht Drifter am Rossfeld "zur Rechenschaft"
Zwar kam es zu keinem Unfall, die Polizei leitete angesichts der Kinder trotzdem ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. "Die Personen werden zur Rechenschaft gezogen", betont Scharf. Die Polizei warnt ausdrücklich vor gefährlichen Fahrmanövern: Sobald das Heck ausbricht, ist das Auto kaum noch zu kontrollieren. Die Panoramastraße im Winter komplett schließen, kann die Polizei nicht.
"Eine Sperrung liegt nicht in der Zuständigkeit der Polizei, sondern beim Landratsamt. Ob das zielführend wäre, muss dort geprüft werden", so Scharf.