Von Andreas Rabenstein, Markus Lenhardt
Berlin - Das vermeintliche Angebot eines Radladers endete für einen Reiterhof aus Berlin mit einem Schaden von 17.000 Euro.
Der Radlader, eine Art Traktor, stammte vermeintlich aus einer Insolvenzmasse und wurde über das Internet angeboten. Der Anbieter gab sich als Anwalt und Insolvenzverwalter aus.
Die Reitschule in Berlin-Zehlendorf mit 80 Pferden, die als Verein geführt wird, ließ sich Fotos zuschicken und überwies schließlich das Geld. Danach regte sich die andere Seite nicht mehr. Das Geld blieb verschwunden, ebenso die Internetanzeige, und der Radlader war offenbar nie zu verkaufen.
Der Verein habe sehr lange nach einem gebrauchten Radlader gesucht, berichtet die Vereinsvorsitzende Glinda Spreen. Das Angebot habe sehr solide gewirkt. "Wir haben das auch geprüft, dass es das Anwaltsbüro tatsächlich gab. Und mit verschiedenen Menschen mehrfach telefoniert. Sie haben uns Fotos geschickt und alle Fragen beantwortet. Es gab gar keinen Gedanken, dass es ein Fake sein könnte."
Es habe alles sehr professionell gewirkt. Besichtigt habe man den Radlader nicht, weil er angeblich weit entfernt stand.
Reitschule schaltet Polizei ein
Nach der Überweisung der 17.000 Euro habe der Verein dann auf die Anlieferung des Radladers gewartet und nach einiger Zeit angerufen, erzählt Spreen. "Dann gab es die Telefonnummer nicht mehr und dann war auch die Internetseite nicht mehr vorhanden."
Daraufhin habe man sich an die Polizei gewandt. Die große Summe, die der Verein über mehrere Jahre gespart habe, werde man nicht zurückbekommen. Nun suche man nach einer anderen Lösung.
Hauptkommissarin Tina Beutling vom Berliner LKA und der dortigen Abteilung für Betrug sagte: "Das Geld wird beim Internetbetrug von den Tätern sehr schnell auf andere Konten im In- oder Ausland übertragen oder in Kryptowährung angelegt." Die Opfer müssten eigentlich sehr zügig reagieren, meist werde der Betrug aber zu spät erkannt.
Beutling rät: "Schauen Sie genau, wer die Anzeige anbietet. Wie lange ist derjenige registriert? Welche Daten sind hinterlegt? Lassen die sich im Internet recherchieren? Ist es eine Firma oder ein Privatmensch?" Allerdings ließen sich Internetseiten relativ einfach fälschen, auch gestohlene Daten aus dem Internet wirkten oft überzeugend.
Verdächtig werde ein Verkauf, wenn der vermeintliche Verkäufer keine Besichtigung zulasse und persönlichen Kontakt meide. Warnsignale könnten auch sein, wenn der Käufer zum Kauf gedrängt werde. "Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen."