Schon wieder Betrugsfälle in Westsachsen: Mehrere zehntausend Euro Schaden
Annaberg-Buchholz/Lößnitz - Die Zahl der Betrugsfälle reißt nicht ab. Nun meldet die Polizei neue Fälle im Erzgebirge. Der entstandene Schaden summiert sich auf mehrere zehntausend Euro.
Am Montag hatte ein vermeintlicher Sicherheitsmitarbeiter eines Onlinehandels bei einem Senior in Annaberg-Buchholz angerufen.
"Dieser teilte mit, dass das Mitgliedskonto des Seniors gehackt und in der Folge zwei widerrechtliche Bestellungen von Laptops ausgelöst worden seien. Im weiteren Verlauf gab der Unbekannte vor, den Hackerangriff stoppen zu wollen und forderte den Geschädigten auf, einen Link in seinem Laptop zu öffnen", so ein Polizeisprecher.
Der Betrüger erhielt einen Fernzugriff auf den Laptop und somit die Kontrolle über das Onlinekonto des Geschädigten. Dadurch konnte der Täter mehrere Überweisungen im Gesamtwert von etwa 15.000 Euro auslösen.
"Der Geschädigte scannte die daraufhin erscheinenden QR-Codes ein und gab anschließend die erforderlichen TAN-Nummern telefonisch an den Anrufer durch. Am Folgetag flog der Betrug auf, nachdem der Senior seine Bank kontaktierte", berichtet die Polizei.
Frau fällt auf falsches Bankschreiben rein
Ebenfalls am Montag wurde bei der Polizei ein weiterer Betrugsfall bekannt, der sich aber bereits zwischen dem 2. und 4. Januar ereignet hatte. Eine 64 Jahre alte Lößnitzerin hatte zu Jahresbeginn ein falsches Bankschreiben ihrer angeblichen Hausbank erhalten. Sie sollte ihr Online-Banking aktualisieren und dafür einen QR-Code scannen.
Die 64-Jährige führte die Aktualisierung mit ihrem Mobiltelefon durch. So gelangten die Täter an die persönlichen Zugangsdaten und konnten mehrere widerrechtliche Abbuchungen von dem Girokonto vornehmen.
"Erst nachdem die Geschädigte eine SMS-Nachricht ihrer Hausbank erhalten hatte, in der eine Überweisung bestätigt wurde, die sie selbst nicht veranlasst hatte, wurde der Betrug erkannt", teilte die Polizei mit. Das Konto der Frau wurde gesperrt. Zu dem Zeitpunkt hatte sie aber schon rund 20.000 Euro verloren.
Erst vergangene Woche hatte ein Mann aus dem Landkreis Zwickau rund 150.000 Euro an Internetbetrüger verloren.
Behörden warnen
Die Polizei warnt vor solchen Betrugsmaschen. Man solle immer skeptisch sein, auch bei Schreiben von angeblichen Geldinstituten, sich nicht unter Druck setzen lassen und nach Möglichkeit bei der Bank nachfragen, ob das Schreiben bekannt ist. Dazu sollte man die bekannten Telefonnummern nutzen.
Außerdem sollte man keinen Unbekannten einen Fernzugriff auf den Computer gewähren.
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