Schüsse in Notaufnahme: Polizist feuert Messer-Mann in Klinik in die Beine

Erlangen - In der Nacht auf Dienstag wurde die Polizei wegen eines verwirrten Mannes in die Rathsberger Straße in Erlangen gerufen. Am Ende musste aus der Dienstpistole geschossen werden.

In der Nacht auf Dienstag kam es zu einem Polizeieinsatz mit Schusswaffeneinsatz im Erlangener Malteser Waldkrankenhaus St. Marien.
In der Nacht auf Dienstag kam es zu einem Polizeieinsatz mit Schusswaffeneinsatz im Erlangener Malteser Waldkrankenhaus St. Marien.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Es war gegen 0.45 Uhr, als ein Arzt des Malteser Waldkrankenhauses St. Marien die Beamten informierte.

Ein 35-Jähriger sei zuvor in die Notaufnahme der Klinik gekommen. Der verwirrt wirkende Mann teilte mit, dass er vergiftet worden sei.

"Während des darauffolgenden Polizeieinsatzes kam es in einem Behandlungszimmer der Notaufnahme zum polizeilichen Schusswaffengebrauch gegen den 35-jährigen Deutschen", teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken mit.

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Der Mann sei nach derzeitigen Erkenntnissen immer aggressiver geworden und hätte dann unvermittelt ein mitgeführtes Pfefferspray gegen eine Polizistin eingesetzt.

"Als der Tatverdächtige die Beamtin unmittelbar anschließend mit einem Messer angriff, gab ein 25-jähriger Polizeibeamter einen Schuss auf den Mann ab."

Landeskriminalamt ermittelt wegen Polizei-Schusses

Wegen des Schusses aus der Dienstwaffe ermittelt – wie in solchen Fällen üblich – das Bayerische Landeskriminalamt.
Wegen des Schusses aus der Dienstwaffe ermittelt – wie in solchen Fällen üblich – das Bayerische Landeskriminalamt.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Der Angreifer musste mit einer Verletzung im Oberschenkel medizinisch versorgt werden. "Er schwebt aber nicht in Lebensgefahr", so ein Sprecher. Der Beamte, der die Waffe abfeuerte, blieb unverletzt.

Auch seine 32-jährige Kollegin war nach der ambulanten Versorgung wieder wohlauf, wie die Polizei bekannt gab.

Die Kripo sicherte im Anschluss Spuren, der Betrieb in der Notaufnahme des Krankenhauses musste für längere Zeit gestoppt werden.

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Gegen den 35 Jahre alten Beschuldigten wurde Haftantrag wegen versuchten Totschlags gestellt.

Aus Neutralitätsgründen übernimmt nun das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) die Untersuchungen "zur Rechtmäßigkeit des polizeilichen Schusswaffengebrauchs", wie es heißt.

Dies sei in solchen Situationen üblich. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth führt die Ermittlungen. Vertreter beider Behörden sind noch in der Nacht in die Klinik gekommen, um ihre Arbeit am Tatort aufzunehmen.

Titelfoto: NEWS5 / Ferdinand Merzbach

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