Von Claudia Irle-Utsch
Düsseldorf - Zwei Tote, Brände und viele Einsätze für die Polizei: In der Silvesternacht ist es in Nordrhein-Westfalen zu tragischen Unglücken gekommen.
In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige unabhängig voneinander bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. Die beiden jungen Männer erlitten tödliche Gesichtsverletzungen, wie die Polizei mitteilte.
Ein Vorfall ereignete sich im Stadtteil Baumheide. Dort starb der Mann den Angaben zufolge noch am Unfallort. Der Verletzte im Stadtteil Brake erlag seinen Verletzungen nach Reanimationsversuchen im Krankenhaus.
Um welche Pyrotechnik es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt. In beiden Fällen gab es laut Polizei Zeugen des Vorfalls. Bislang liegen den Angaben zufolge keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor.
In den Ruhrgebietsmetropolen Dortmund, Duisburg und Essen blieb es zwar "insgesamt ruhig", wie die Behörden auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur am frühen Morgen mitteilten. Dennoch gab es für die Polizei und Feuerwehr in mehreren Städten immer wieder herausfordernde Einsätze.
In Bonn lieferten sich Menschen im Stadtteil Tannenbusch für knapp zwei Stunden ein Scharmützel mit der Polizei. Mit Pyrotechnik beschossen sie Gebäude, Fahrzeuge und Einsatzkräfte. "Es ging sehr, sehr lebhaft zu", sagte ein Sprecher.
Polizei in Essen gezielt mit Feuerwerkskörpern beschossen
Die Silvesterfeierlichkeiten in Essen und Mülheim bescherten der Polizei eine arbeitsreiche Nacht.
Nicht ordnungsgemäße Nutzung von Pyrotechnik, mehrere Brände, Sachbeschädigungen sowie Auseinandersetzungen und Körperverletzungsdelikte hätten zu einem "hohen Einsatzaufkommen" vor allem im Essener Stadtgebiet geführt.
Unter anderem zündeten laut Polizei unbekannte Personen Mülltonnen an und beschossen Polizei sowie Feuerwehr vereinzelt mit Raketen.
Auch an anderen Orten in Essen sei es in Einzelfällen zu gezieltem Beschuss von Einsatzkräften gekommen. Ein Polizeibeamter habe ein Knalltrauma erlitten, als in seiner Nähe ein Böller explodierte. Er sei ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden.
In Hagen feierten auf mehreren Plätzen große Menschengruppen. Die Polizei sprach mehrere Platzverweise gegen Personen aus, die missbräuchlich Feuerwerkskörper entzündeten. Zudem stellten die Einsatzkräfte mehrere Personen fest, die Schreckschusspistolen abfeuerten. Die Beamten stellten die Waffen sicher.
In der Innenstadt von Recklinghausen richtete ein 17-jähriger Jugendlicher eine Feuerwerksbatterie in Richtung eines unbesetzten Streifenwagens. Die Polizisten konnten den jungen Mann stellen und nahmen ihn mit zur Polizeiwache.
Etliche Brände in NRW - Böllerverbote missachtet
Mehrere größere Brände forderten die Feuerwehr in Wuppertal. Im Stadtteil Cronenberg brannte eine Wohnung in der siebten Etage eines Mehrfamilienhauses komplett aus.
Alle 52 Bewohnerinnen und Bewohner hätten das Haus verlassen müssen, berichtete ein Polizeisprecher. Ausgelöst worden sei das Feuer vermutlich durch ein Feuerwerk auf dem Balkon. Den Angaben nach gab es eine leicht verletzte Person.
In Hagen brannten gleich mehrere Dachstühle. Flammen eines brennenden Baumes griffen zunächst auf ein Haus und dann auf zwei Dächer benachbarter Gebäude über, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.
Die Gebäude brannten vollständig aus. Ob der Brand durch einen Feuerwerkskörper hervorgerufen wurde, sei nun Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen, hieß es.
NRW hatte sich auf die Silvesternacht mit starker Polizeipräsenz eingestellt. Landesweit waren rund 7600 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Etliche Städte richteten lokale Böllerverbotszonen ein. Nicht überall beachteten die Menschen dieses temporäre Verbot.