Zwickau/Aue - Eine ganze Region ist im Pokalfieber! In Zwickau und im Erzgebirge können sie den Samstagnachmittag kaum mehr erwarten, wenn um 15.30 Uhr das Finale im Sachsenpokal zwischen dem FSV Zwickau und Erzgebirge Aue angepfiffen wird. Das mit Spannung erwartete Duell der Erzfeinde rief im Vorfeld leider auch einige Chaoten auf den Plan.
So begaben sich unbekannte Täter in der Nacht auf Donnerstag in Zwickau/Ortsteil Cainsdorf auf ein Firmengelände, wie die Polizei mitteilte.
Dort besprühten sie 21 abgestellte Postautos mit schwarzer, weißer, roter und violetter Farbe. Die Schmierereien weisen einen Bezug auf das anstehende Sachsenpokalfinale auf.
Eine Urheberschaft aus dem Auer Fanlager liegt aufgrund der Inhalte nahe. So steht auf einem Fahrzeug "Euer großer Traum platzt schneller als eure Kauleiste" und ist mit "Ultras Wismut Aue" unterschrieben.
Auf anderen Fahrzeugen sind Schriftzüge wie "Z. verrecke" oder "Wismut Aue" zu lesen. Der Sachschaden werde laut Polizei auf geschätzte 42.000 Euro beziffert.
Hinweise zur Tat und den Tätern nimmt das Polizeirevier Zwickau unter der Telefonnummer 0375 428 102 entgegen.
FSV-Geschäftsführer André Beuchold: "Es gibt Grenzen"
Doch auch vermeintliche Zwickauer "Fans" haben offenbar ihr Unwesen getrieben. So wurde ein Bus mit "Viola Merda" (zu deutsch: Lila Scheiße) besprüht. Auch der Schriftzug "FSV" sowie das Kürzel "RK" für "Red Kaos", eine Zwickauer Ultragruppierung, wurden angebracht.
Zweifelsohne steckt enorm viel Brisanz im 80. Westsachsen-Derby. Die Verantwortlichen richten deswegen schon im Vorfeld Appelle an die jeweiligen Fanlager. SFV-Präsident Hermann Winkler forderte, sich so zu benehmen, "dass wir deutschlandweit einen guten Eindruck machen, wie es der sächsische Fußball verdient."
André Beuchold, Geschäftsführer des gastgebenden FSV Zwickau, betonte gegenüber TAG24: "Lautstärke, Leidenschaft, Kreativität und eine große Portion Derby-Rivalität sind wichtig für einen Hexenkessel! Trotzdem gilt für alle Beteiligten: Es gibt Grenzen. Die wurden in den vergangenen Jahren überwiegend respektiert - und das soll auch so bleiben."
In Zwickau genieße man viele Freiheiten und habe einen vertrauensvollen Umgang. Beuchold: "Dieses Vertrauen soll es auch weiterhin geben. Deshalb unsere Bitte: Seid emotional, seid laut, seid unbequem. Aber haltet vor allem die 'ungeschriebenen Regeln' ein! Pöbeln gehört zum Derby dazu - aber gerne mit Stil!"