Zugverkehr eingestellt: Teenager fährt auf Trittbrett von S-Bahn mit
Weißenfels - Ist er völlig verrückt geworden? Ein junger Mann wollte im Burgenlandkreis spontan in eine S-Bahn einsteigen. Als das misslang, weil die Türen sich schlossen, stellte er sich kurzerhand auf das Trittbrett der Lok. Der Zugverkehr musste vorübergehend eingestellt werden.
So geschehen am Freitagabend gegen 20.30 Uhr am Bahnhof in Großkorbetha, einem Ortsteil von Weißenfels, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Sonntag berichtete.
Zuvor war der 18-Jährige mit der S-Bahn von Naumburg in Richtung Leipzig unterwegs gewesen und an dem planmäßigen Halt ausgestiegen.
Doch plötzlich überlegte er es sich offenbar anders, versuchte, wieder einzusteigen, obwohl die Türen bereits geschlossen waren und die Weiterfahrt signalisiert wurde.
Nicht zu fassen: "Als dies nicht gelang, lief er entlang des Bahnsteigs bis zur Außentür der Triebfahrzeuglokomotive und stieg dort auf das Trittbrett", so der Sprecher.
Der Zugführer leitete sofort eine Gefahrenbremsung ein, als er die Situation bemerkte.
Polizei ermittelt jetzt nicht nur wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr
Er informierte die Bundespolizei, deren Beamte den jungen Deutschen überprüften. Ihnen habe er gesagt, dass er im Vorfeld Alkohol konsumiert habe. Ein Test bestätigte das, er zeigte einen Wert von 0,97 Promille.
Außerdem wurden verschreibungspflichtige Medikamente bei dem Teenager gefunden.
Der 18-Jährige wurde daraufhin von seiner Mutter auf der Dienststelle in Halle abgeholt. Gegen ihn wird jetzt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie wegen des Verstoßes nach dem Arzneimittelgesetz ermittelt.
Der Zugverkehr im betroffenen Streckenabschnitt wurde durch die Notfallleitstelle der Bahn Leipzig vorübergehend eingestellt. Bei 16 Zügen kam es daraufhin zu Verspätungen von insgesamt 478 Minuten.
Zwei Bahnen sind sogar komplett ausgefallen, außerdem musste ein Güterzug umgeleitet werden.
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