Radiomoderator rassistisch angegriffen: Arbeitgeber und Politik reagieren

Hamburg - Klare Worte! Der schwarze Hamburger Radiomoderator Isaac Hoffmann wurde im Netz Opfer von rassistischen Angriffen. Nun reagierte sein Arbeitgeber mit einem deutlichen Statement.

Radiomoderator Isaac Hoffmann ist im Netz rassistisch angegriffen worden. Sein Arbeitgeber und die Politik reagierten mit deutlichen Worten.  © Radio Hamburg

Der Reihe nach: Der "Radio Hamburg"-Moderator hatte vor Kurzem in einem Post für ein Mittel gegen Halsschmerzen geworben. Es folgten Kommentare wie "Gibt es Radio Hamburg jetzt auch in Afrika?", zudem fiel mehrfach das N-Wort.

Ein User kommentierte: "Soll das jetzt hier ewig so weitergehen, dass uns in der Werbung nur noch farbige Menschen gezeigt werden? Den Einheimischen gegenüber schon ziemlich respektlos!" – darüber hinaus wurden auch rassistische Bilder hochgeladen.

In einem Statement reagierte "Radio Hamburg" nun auf die Vorfälle. Programmchef Niklas Naujok betonte: "Rassismus darf keinen Platz haben – nicht in Kommentarspalten, nicht auf der Straße, nirgendwo. Wenn ein Mensch wegen seiner Hautfarbe angegriffen wird, dürfen wir nicht wegsehen."

Rassismus Ermittlungen nach rassistischen Rufen bei Polizei-Feier in Sachsen-Anhalt

Alle entsprechenden Kommentare seien zur Anzeige bei Polizei und Staatsanwaltschaft gebracht worden. "Als Radio-Hamburg-Team stehen wir klar an Isaacs Seite und setzen gemeinsam ein Zeichen für Respekt, Zusammenhalt und Menschlichkeit", ergänzte Naujok.

Anzeige

Hamburgs Spitzenpolitiker verurteilen Angriffe auf Isaac Hoffmann scharf

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD) verurteilte die rassistischen Parolen gegen Hoffmann scharf.  © Ulrich Perrey/dpa

Auch aus der Politik erhielt Hoffmann Unterstützung. Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD) verdeutlichte: "In Hamburg leben Menschen aus über 180 Ländern. Vielfalt, Internationalität und Weltoffenheit haben unsere Stadt stark gemacht. Hatespeech und rassistische Parolen verletzen fundamentale Grundrechte."

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (49, Grüne) unterstrich: "Rassismus im Netz, Rassismus im Alltag – das, was Isaac Hoffmann widerfahren ist, erleben leider immer noch viel zu viele Menschen jeden Tag. Leider auch in Hamburg. Ich finde das absolut beschämend. Lasst uns laut und deutlich widersprechen, wenn uns solche Menschenfeindlichkeit begegnet."

Und Hoffmann selbst? Der betonte: "Ich mache meinen Job mit Leidenschaft – als Moderator, als Stimme im Radio und als Mensch. Umso mehr erschüttert es mich, dass ein simples Werbeposting rassistische und menschenfeindliche Reaktionen hervorruft."

Rassismus Weißer Vater wird gefragt, ob schwarze Kinder wirklich seine sind: So lautet seine Antwort

Gleichzeitig habe ihn der Rückhalt seiner Kollegen und die Solidarität vieler Hörer "sehr bewegt". Der Moderator abschließend: "Sie alle haben deutlich gemacht: Hass darf niemals lauter sein als die Menschlichkeit."

Mehr zum Thema Rassismus: