Kiel - In Kiel-Gaarden haben 400 Ermittler am Dienstagmorgen mehrere Objekte durchsucht. Der Schlag richtet sich gegen organisierte Kriminalität.
Der "größere Polizeieinsatz" laufe seit etwa 6 Uhr, bestätigte ein Sprecher der Polizei Kiel auf TAG24-Nachfrage.
An der Razzia seien rund 400 Beamte und zehn Staatsanwälte beteiligt, die mehr als 40 Objekte durchsuchen. Die Aktion wurde mehrere Monate vorbereitet und soll Strukturen der organisierten Betäubungsmittelkriminalität aufklären, teilten die Staatsanwaltschaft Kiel und die Polizeidirektion der Landeshauptstadt in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Durch verdeckte Ermittlungen seien mutmaßlich beteiligte Personen und tatrelevante Objekte identifiziert worden.
Die Ermittlungen richten sich gegen 30 Beschuldigte. Gegen diese Personen wurden Durchsuchungsbeschlüsse in rund 40 Objekten erwirkt, die zeitgleich vollstreckt wurden.
"Aufgrund der konsequenten Verfolgung des Straßenhandels von Betäubungsmitteln in der vergangenen Zeit verlagerte sich der Verkauf von der Straße in verschiedene Wohnungen, insbesondere in dem Stadtteil Kiel Gaarden. Aus den in der Szene bekannten Wohnungen heraus werden täglich rund um die Uhr Betäubungsmittel an Konsumenten verkauft", heißt es in der Mitteilung.
Neben Beamten der Bereitschaftspolizei aus Schleswig-Holstein und mehreren Bundesländern wurden auch Spezialkräfte aus Hamburg hinzugezogen.
Drei Festnahmen bei Durchsuchungen in Kiel
Die Polizeikräfte stellten diverse Beweismittel, darunter Smartphones, Bargeld und weitere tatrelevante Gegenstände, sicher. Detailliertere Auskünfte wurden aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht gegeben.
Im Laufe der Maßnahmen seien drei Männer im Alter von 24, 33 und 34 Jahren vorläufig festgenommen worden, die im Laufe des Tages einem Haftrichter beim Amtsgericht Kiel vorgeführt werden sollen.
Einzelne Maßnahmen würden noch andauern und können sich bis in den Nachmittag erstrecken, heißt es.
Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt zwischen der Werftstraße und dem Ostring.
Durch die großangelegte Razzia kommt es zu Verkehrsbehinderungen, mehrere Straßen sind gesperrt. Genauere Angaben dazu wollte die Polizei nicht machen.