Personal haut Wirt übers Ohr: Razzia, 50 Verdächtige und sechsstelliger Schaden
München - Die Polizei in München hat in Stadt und Landkreis am Donnerstag 50 private Objekte durchsucht. Seit März 2025 ermitteln die Beamten bereits gegen zahlreiche Tatverdächtige, die einen Wirt im großen Stil übers Ohr gehauen haben sollen.
Der Geschäftsführer eines Münchner Gastronomiebetriebs wandte sich an die Polizei, da er Unstimmigkeiten in den Verbuchungen festgestellt hatte.
Die vielen vermeintlich unauffälligen Gaunereien haben sich laut den Untersuchungen zu einem Schaden von mehreren tausend Euro angesammelt.
Je nach Ergebnis der Auswertungen könnte man sich laut ersten Schätzungen sogar im sechsstelligen Bereich bewegen.
Die Ermittlungen ergaben bislang, "dass Speisen und Getränke im betreffenden Restaurant von Teilen des Personals nicht ordnungsgemäß boniert und abgerechnet wurden", heißt es in einer Mitteilung.
"Die gastronomischen Leistungen wurden zwar gegenüber den Gästen erbracht, jedoch wurden immer wieder Barzahlungen durch das Personal einbehalten. Teilweise wurden auch Lebensmittel des Gastronomiebetriebs entwendet."
50 Tatverdächtige aus 20 Nationen, einer Person droht U-Haft
Beschuldigt sind aktuell 45 Männer und fünf Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren mit überwiegend deutscher, vietnamesischer und kroatischer Staatsangehörigkeit. Insgesamt sprechen die Beamten von 20 Nationalitäten.
Es wurden zahlreiche Speichermedien, Handys, Laptops sowie Bargeld sichergestellt. 45 Tatverdächtige wurden bei der Razzia angetroffen, 44 davon seien wieder auf freiem Fuß.
Eine Person werde erst noch einem Haftrichter vorgeführt, der dann über eine mögliche Unterbringung in U-Haft entscheidet.
Titelfoto: Peter Steffen/dpa
