Karlsruhe - Aufgrund des verfassungsfeindlichen Sabotageverdachts werden seit Mittwochmorgen mehrere Büros des ehemaligen Energiekonzerns "Gazprom Germania" durchwühlt.
Von den Durchsuchungsmaßnahmen betroffen sind Räumlichkeiten eines Tatverdächtigen in Berlin sowie eines in Frankfurt (Main) ansässigen Unternehmens, wie der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mitteilte.
Hintergrund der Maßnahme ist der Verdacht, dass der neue Eigentümer - ein Unternehmen aus Moskau - kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 versucht haben soll, durch die Auflösung von "Gazprom Germania" der Gasversorgung in Deutschland zu schaden.
"Es besteht der Verdacht, dass die Veräußerung und Liquidierung dazu dienten, die Gasversorgung in Deutschland zu beeinträchtigen. Dem Beschuldigten - ein russischer Staatsangehöriger - wird zur Last gelegt, mit diesem Ziel die Umsetzung des Liquidationsbeschlusses unterstützt zu haben", so der Generalbundesanwalt.
Die Gazprom Germania GmbH wurde im März 2022 aus dem Gazprom-Mutterkonzern herausgelöst. Zu diesem Zeitpunkt habe der Gazprom Germania mindestens 25 Prozent seiner Anteile an den deutschen Erdgaskapazitäten vorgehalten. Zudem soll die Auflösung des Konzerns ohne Genehmigung des Wirtschaftsministeriums angeordnet worden sein.
Keine Festnahmen im Zuge der Razzia
Letztlich konnte das Wirtschaftsministerium die Liquidierung des Unternehmens verhindern, indem Gazprom Germania unter die treuhänderische Verwaltung der Bundesnetzagentur gestellt wurde.
Im Zuge der Razzia soll es am Mittwoch jedoch zu keinen Festnahmen kommen: "Die heutigen Durchsuchungen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente aufzuklären", hieß es.