Valeriia (9) tot aufgefunden: Fokus der Ermittlungen liegt auf Umfeld der Familie

Döbeln - Nach dem schrecklichen Fund am Dienstagnachmittag in Döbeln gibt es nun traurige Gewissheit. Bei der Leiche handelt es sich um die seit mehr als einer Woche vermisste Valeriia (†9). Das gab die Polizei am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt.

In diesem Waldstück zwischen dem Roßweiner Ortsteil Mahlitzsch und dem Döbelner Ortsteil Hermsdorf wurde am Dienstagnachmittag die Leiche von Valeriia (†9) gefunden.
In diesem Waldstück zwischen dem Roßweiner Ortsteil Mahlitzsch und dem Döbelner Ortsteil Hermsdorf wurde am Dienstagnachmittag die Leiche von Valeriia (†9) gefunden.  © Ralph Kunz

13 Uhr äußerten sich Ermittler erstmals: "Leider ist es ein sehr trauriger Anlass", beginnt Polizeisprecherin Jana Ulbricht (46) auf der Konferenz in Chemnitz.

Der Chemnitzer Polizeipräsident Carsten Kaempf (55) gab bekannt: "In der vergangenen Nacht gab es die traurige Gewissheit, dass es sich um die neunjährige Valeriia handelt."

Das Mädchen sei offenbar einem Verbrechen zum Opfer gefallen, es wird nun wegen Totschlags oder Mordes ermittelt.

Junge (3) im Erzgebirge stundenlang vermisst: Große Suchaktion sorgt für Happy End
Vermisste Personen Junge (3) im Erzgebirge stundenlang vermisst: Große Suchaktion sorgt für Happy End

Der Todeszeitpunkt kann aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht genau genannt werden. Nach ersten Untersuchungen gibt es keine Hinweise auf ein Sexualdelikt. Einen Tatverdächtigen gibt es noch nicht, so Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz.

Die Neunjährige verschwand auf dem Weg zur Schule.
Die Neunjährige verschwand auf dem Weg zur Schule.  © Polizei

Keine Hinweise auf ein Sexualdelikt

Chemnitzer Polizeipräsident Carsten Kaempf (55) auf der Pressekonferenz am Mittwoch.
Chemnitzer Polizeipräsident Carsten Kaempf (55) auf der Pressekonferenz am Mittwoch.  © Maik Börner

Tief betroffen sagt Carsten Kaempf: "Gefühlt scheint die Zeit stillzustehen, den Verlust eines Kindes zu beklagen zerreißt einem förmlich das Herz."

Kriminaldirektorin Mandy Kürschner: "Wir haben immer gehofft, wir finden Valeriia noch lebendig." Der Fundort der Leiche sei weit weg von jeglichen Wegen, tief im Unterholz. Die Ermittlungen ergaben, dass der Fundort offenbar auch der Tatort war.

Die Ermittlungen werden sich nun auf das Umfeld der Familie fokussieren.

Zeugin hörte Schreie

Am Dienstagnachmittag machten die Einsatzkräfte dann den schrecklichen Fund.
Am Dienstagnachmittag machten die Einsatzkräfte dann den schrecklichen Fund.  © Ralph Kunz

Am 5. Juni meldete sich laut Kriminaldirektorin Mandy Kürschner eine Zeugin bei der Polizei, dass sie Schreie gehört habe.

Dieser Hinweis führte wohl schlussendlich durch weitere Ermittlungen dann auch zu dem Fundort am gestrigen Dienstag.

Doch wieso erst Tage später? "Wir konnten das aufgrund der Zeugenaussage nicht genau eingrenzen", so Kürschner. Zwischen Fundort und Ort der Wahrnehmung des Schreis lägen wohl auch etwa zwei Kilometer. Die Zeugin konnte wohl auch nur die grobe Richtung beschreiben.

Daher wurde laut Kürschner wenigstens ein stichhaltiger Hinweis mehr benötigt.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Chemnitz gaben die Ermittler Details zum Leichenfund bekannt.
Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Chemnitz gaben die Ermittler Details zum Leichenfund bekannt.  © Maik Börner
Die Suche wurde bis zu den sogenannten "Knollensteinen" am Ortsteil Hermsdorf ausgeweitet.
Die Suche wurde bis zu den sogenannten "Knollensteinen" am Ortsteil Hermsdorf ausgeweitet.  © Ralph Kunz

Leichenfund bei Suche zwischen dem Roßweiner Ortsteil Mahlitzsch und dem Döbelner Ortsteil Hermsdorf

Seit mehr als einer Woche suchten Einsatzkräfte nach der Neunjährigen.
Seit mehr als einer Woche suchten Einsatzkräfte nach der Neunjährigen.  © Ralph Kunz

Bereits seit mehr als einer Woche fehlte von der Neunjährigen aus Döbeln jede Spur. Das Mädchen verschwand am Morgen des 3. Juni auf dem Weg zur Schule.

Die Polizei suchte tagelang mit Tauchern, Suchhunden, einem Hubschrauber und Hundertschaften nach dem verschwundenen Mädchen - ohne Erfolg. Bis zum gestrigen Dienstag.

Mehr als 400 Polizisten aus Sachsen und Sachsen-Anhalt durchkämmten Wiesen, Felder und Wälder. Auch Drohnen kamen zum Einsatz.

Die Suche wurde auch bis zu den sogenannten "Knollensteinen" am Ortsteil Hermsdorf ausgeweitet. In einem Wald zwischen dem Roßweiner Ortsteil Mahlitzsch und dem Döbelner Ortsteil Hermsdorf fanden die Beamten dann die Leiche. Das Gebiet wurde großräumig abgesperrt.

Das Mädchen stammte aus der Ukraine und lebte erst seit 2022 mit ihrer Mutter in Döbeln, der Vater ist noch in der Heimat.

"Döbeln ist nicht zum Feiern zu Mute, Döbeln trauert": Stadtfest abgesagt!

Zur Unterstützung der Familie hat die Stadt Döbeln ein Spendenkonto eingerichtet:

Kreissparkasse Döbeln, IBAN DE98860554620391022679, Verwendungszweck: Valeriia

Außerdem wurde das für das Wochenende geplante Stadtfest abgesagt, teilte die Stadtverwaltung Döbeln am Nachmittag mit. "Döbeln ist nicht zum Feiern zu Mute, Döbeln trauert", heißt es weiter.

Erstmeldung: 12. Juni, 13.02 Uhr, zuletzt aktualisiert: 17.05 Uhr

Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Polizei

Mehr zum Thema Vermisste Personen: