Blindgängerverdacht in Köln: Kinderklinik bereitet sich auf mögliche Evakuierung vor
Köln - Der Johannes-Giesberts-Park in Köln-Nippes soll umgestaltet werden. Vorher muss das Areal allerdings gründlich auf bislang unentdeckte Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht werden. Das nahegelegene Kinderkrankenhaus an der Amsterdamer Straße bereitet sich auf eine mögliche Evakuierung vor.
Schon seit dem 12. Juni ist der Park, der sich zwischen den ehemaligen Clouth-Werken und dem Kinderkrankenhaus befindet, großräumig mit Bauzäunen und Warnhinweisen abgesperrt.
Insgesamt haben die Kampfmittelexperten 14 Stellen identifiziert, an denen Blindgänger als wahrscheinlich eingestuft werden. Eine abschließende Untersuchung am Freitag soll endlich Aufschluss darüber geben, ob hier wirklich Bomben verborgen sind.
Ein Fund gilt laut Stadt Köln als wahrscheinlich. Sollte es tatsächlich dazu kommen, müsste das Kinderkrankenhaus evakuiert werden, wie Ralf auf dem Graben vom Zentrum für kritische Infrastruktur der Kölner Kliniken gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" bestätigt: "Teils liegen die Verdachtspunkte nur 30 Meter von der Kinderklinik entfernt. Deshalb ist eine Evakuierung im Fall eines Bombenfunds praktisch unvermeidlich."
Betroffen wären dann über 60 junge Patientinnen und Patienten, darunter 20 Frühchen und Kinder auf der Intensivstation, deren Eltern und das Klinikpersonal. Sie alle müssten im Fall der Fälle samt der medizinischen Ausrüstung ins städtische Krankenhaus nach Holweide umziehen. Dort stehen sogar schon Zimmer bereit, wie Matthias Wißkirchen, Leitender Oberarzt und kommissarischer Leiter der pädiatrischen Klinik, verrät: "Wir bauen dort am Freitag eine komplette Kinderstation auf."
Mögliche Evakuierung ist noch für Freitag geplant
Die Entschärfung eines potenziellen Blindgängers steht ebenfalls für Freitag auf dem Programm. Für das Kinderkrankenhaus bedeutet das, dass selbst bei einer Evakuierung bereits am Samstag wieder der reguläre Betrieb an der Amsterdamer Straße aufgenommen werden könnte. Das sei mit dem Ordnungsamt abgestimmt und "für die Versorgung unserer Patienten […] einfach besser", betont Wißkirchen.
Um andere Kliniken in Köln und der Region nicht zusätzlich zu belasten, ist geplant, die Notaufnahme der Kinderklinik möglichst lange im Betrieb zu halten. Sollte ein kurzfristiger Umzug notwendig werden, werden Eltern gebeten, das Krankenhaus an der Amsterdamer Straße nicht anzufahren. Dann stünden andere Kinderkliniken bereit, etwa die Uniklinik oder die Häuser in Leverkusen und Köln-Porz.
Titelfoto: Kliniken der Stadt Köln gGmbH
