"Fatales Symbol": Ehemalige Dombaumeisterin übt heftige Kritik an Eintrittsgeld

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Von Christoph Driessen

Köln - Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hält die Öffnungszeiten des Kölner Doms seit der Einführung des Eintrittsgelds für zu kurz.

Barbara Schock-Werner war von 1999 bis 2012 Dombaumeisterin, die erste Frau in diesem Amt.
Barbara Schock-Werner war von 1999 bis 2012 Dombaumeisterin, die erste Frau in diesem Amt.  © Marius Becker/dpa

"Damit erinnert der Dom noch mehr an ein Museum", sagte die heutige Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Seit der Einführung einer sogenannten Besichtigungsgebühr in Höhe von 12 Euro in der vergangenen Woche kann der Dom nur noch von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.

"Bisher signalisierte das Hauptportal des Doms von frühmorgens um sechs bis abends um halb acht allen Menschen: Ihr seid willkommen", sagte Schock-Werner (78).

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"Jetzt allerdings bleiben die Türen an der Schauseite des Doms für viele Stunden verrammelt – auch und gerade zu den Tageszeiten, an denen ungezählte Menschen um den Dom herum unterwegs sind, insbesondere Einheimische und Pendler auf ihrem Weg zur Arbeit oder nach Hause."

Erst in den letzten Tagen sei ihr so richtig klar geworden, was das für den Dom und das Verhältnis der Menschen zu ihm bedeute. Die Botschaft sei, dass Freunde und Gäste nicht willkommen seien.

Keine Kurzbesuche mehr möglich

Seit der Einführung einer Gebühr in Höhe von 12 Euro kann der Dom nur noch von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.
Seit der Einführung einer Gebühr in Höhe von 12 Euro kann der Dom nur noch von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.  © Federico Gambarini/dpa

"Verschlossene Türen sind nun mal ein Zeichen. Der Dom wirkt abweisend. Das ist ein fatales Symbol, und ich finde das ganz furchtbar." Viele Kölner und Pendler seien bisher vor der Arbeit oder nach Feierabend noch kurz in den Dom gegangen, um innezuhalten.

"Der Gedanke daran, dass es Wichtigeres und Größeres gibt als den Ärger des Alltags, konnte bei diesen Kurzbesuchen Raum gewinnen. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Welch ein trauriger Verlust!"

Positiv findet Schock-Werner dagegen, dass die Atmosphäre im Inneren des Doms "sehr viel angenehmer" geworden sei. "Das Gewühle hat aufgehört, es scheinen jetzt nur noch die wirklich Interessierten zu kommen."

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Das Domkapitel hat die Einführung des Eintrittsgelds mit gestiegenen Kosten begründet. Das Geld soll dazu dienen, die Pflege, den Schutz und den laufenden Betrieb der gotischen Kathedrale zu finanzieren. Betende erhalten weiter gratis Zugang, allerdings nur für einen abgetrennten Bereich.

Auch weniger Betende

Schock-Werner hat auch hier Kritik: Wegen einer Langzeit-Baustelle auf der Domplatte sei der für Betende vorgesehene Eingang an der Nordseite des Doms nur schwer erreichbar.

"Als ob die Verantwortlichen gar nicht wollen, dass Menschen in den Dom kommen. Nach meinen Beobachtungen in den ersten Tagen hat auch deren Zahl stark abgenommen, auch beim Mittagsgebet, das bislang immer im Mittelschiff des Doms stattfand."

Titelfoto: Bildmontage: Federico Gambarini/dpa, Marius Becker/dpa

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