Coronavirus in NRW: Söder findet Großkonzerte "nicht vertretbar"

Köln – In NRW konnten einige Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Covid-19 zuletzt wieder gelockert werden. Wir geben einen Überblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise in NRW.

Im Kreis Kleve gab es 54 positive Corona-Tests nach einer privaten Feier (Archivbild).
Im Kreis Kleve gab es 54 positive Corona-Tests nach einer privaten Feier (Archivbild).  © Sven Braun/dpa

Landesweit kletterten die Gesamtinfektionszahlen in NRW über das Wochenende wieder leicht nach oben: nach Statistiken des Gesundheitsministeriums zwischen Freitag und Sonntag um 314 auf über 46.000 seit Beginn der Pandemie. 

Davon sind die weitaus meisten den Angaben zufolge wieder genesen. 

Mehr als 1700 Menschen mit Coronavirus sind in NRW gestorben. Nur Bayern hat im Ländervergleich höhere Fallzahlen (49 710) und Todesfälle (2616) zu beklagen als das einwohnerstärkste Bundesland NRW.

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Update, 10. August, 15.30 Uhr: Söder kritisiert Konzertveranstalter scharf

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hat geplante Großkonzerte wie das von Sarah Connor (40) heftig kritisiert. (Fotomontage)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hat geplante Großkonzerte wie das von Sarah Connor (40) heftig kritisiert. (Fotomontage)  © Jens Meyer/AP/Pool/dpa / Nicolas Armer/dpa/Pool/dpa

Nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) haben geplante Großkonzerte wie das mit Bryan Adams und Sarah Connor in Düsseldorf eine "katastrophale Signalwirkung" im Corona-Kampf.

"Ich möchte darauf hinweisen, dass ich das Zulassen von Konzerten mit 13.000 Leuten für absolut nicht vertretbar halte. Bitte sehr herzlich, dass man das nochmal überdenkt. Das ist eine katastrophale Signalwirkung für das ganze Land", sagte Söder am Montag in Nürnberg.

"Wir haben derzeit schon Schwierigkeiten und müssen auch nochmal schauen, wie wir Möglichkeiten finden, bestimmte große Ansammlungen von Menschen in vernünftiger Form zu leiten zu und zu lenken, insbesondere was den Alkohol betrifft", sagte der Ministerpräsident.

"Dann können wir nicht gleichzeitig Konzerte mit 13.000 Leuten zulassen, das setzt eine Signalwirkung ins Land, die die gesamte Philosophie konterkariert."

Konkret nannte Söder die Veranstaltung nicht. In Düsseldorf ist am 4. September ein Konzert vor 13.000 Zuschauern geplant. Pop-Star Connor hatte am Wochenende Verständnis für Bedenken gezeigt, das geplante Event aber verteidigt.

Die Stadt hatte die Veranstaltung genehmigt. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU) hatte die Pläne scharf kritisiert und rechtliche Zweifel angemeldet.

Update, 10. August, 14.06 Uhr: 60 Kinder wegen Corona-infizierter Erzieherin in Quarantäne

Wegen einer Corona-infizierten Erzieherin sind in Kamp-Lintfort im Kreis Wesel rund 60 Kinder in Quarantäne geschickt worden.

Der Betrieb in den übrigen Gruppen der Kindertageseinrichtung laufe aber regulär weiter, teilte der Kreis am Montag mit. Die Kita bestehe aus fünf Gruppen, die zuletzt räumlich voneinander getrennt waren.

Die nun positiv auf das Coronavirus getestete Erzieherin hatte Kinder aus zwei Gruppen betreut. Diesen empfehle das Gesundheitsamt zusätzlich zur Isolation eine Untersuchung beim Kinderarzt und gegebenenfalls einen Coronatest.

Auch die Kolleginnen mit Kontakt zur Infizierten werden getestet und sind in Quarantäne.

Update, 10. August, 14.04 Uhr: Fast 3000 Abstriche am Düsseldorfer Airport

An Nordrhein-Westfalens größtem Airport sind am Wochenende in Düsseldorf fast 3000 Menschen auf das Coronavirus getestet worden.

Die Ergebnisse sollen bis Mittwoch vorliegen, berichtete ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein am Montag. Mit Inkrafttreten der Corona-Pflichttests hatten am Samstag und Sonntag 2964 ankommende Passagiere das Angebot wahrgenommen, sich direkt im Sicherheitsbereich des Airports testen zu lassen.

Am letzten Ferienwochenende erfolgten in Düsseldorf rund 60 Landungen aus Risikogebieten. Der Großteil der Rückkehrer sei aus der Türkei gekommen, hatte ein Flughafensprecher am Sonntag gesagt. 

Es hätten sich kaum Schlangen gebildet. Die Wartezeiten an den Abstrichkabinen seien kurz gewesen.

Die Flugreisenden haben nach ihrer Rückkehr 72 Stunden Zeit für einen Corona-Test. Sie können sich auch in Arztpraxen oder anderen Stellen testen lassen, müssen bis zum Ergebnis aber in häuslicher Quarantäne bleiben, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht.

Die Testzentren an den Flughäfen Düsseldorf, Dortmund und Münster/Osnabrück werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen organisiert.

Ärzte und medizinisches Fachpersonal nehmen die Abstriche ab. Am Flughafen Köln/Bonn werden die Tests von der Johanniter Unfallhilfe und der Stadt organisiert.

Update, 10. August, 9.46 Uhr: Laschet hält Maskenpflicht im Unterricht für sinnvoll

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hält die Maskenpflicht im Unterricht für sinnvoll. (Archivfoto)
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hält die Maskenpflicht im Unterricht für sinnvoll. (Archivfoto)  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin (59, CDU) Laschet hat die Maskenpflicht für ältere Kinder in den Klassenzimmern seines Bundeslandes verteidigt.

"Überall da, wo der Abstand nicht einhaltbar ist, müssen wir jetzt gerade am Anfang vorsichtig sein", sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Zu der Frage, ob die Verpflichtung auch mit Blick auf die aktuell hohen Temperaturen zumutbar sei, sagte Laschet: "Ja, das ist zumutbar. Es gibt bestimmte Regeln für Kinder, die erkrankt sind oder die besondere Dinge zu berücksichtigen haben."

Mit der Maskenpflicht, die an weiterführenden und berufsbildenden Schulen Nordrhein-Westfalens ab dem Schulstart am Mittwoch sogar im Unterricht gilt, ist NRW einen bundesweiten Sonderweg gegangen.

Die Infektionszahlen seien besonders in städtischen Räumen sehr hoch, argumentierte der Ministerpräsident. Die Verpflichtung gilt bis Ende August.

"Ich glaube, das ist eine Vorsichtsmaßnahme, die am Anfang richtig ist", sagte Laschet. "Auf Dauer wird man das nicht machen können, aber dazu brauchen wir bessere Erfahrung."

Update, 10. August, 9.40 Uhr: Über 90 Prozent weniger Passagiere an NRW-Flughäfen

Nach einer Corona-Pause läuft der Betrieb an NRW-Flughäfen langsam wieder an. (Archivfoto)
Nach einer Corona-Pause läuft der Betrieb an NRW-Flughäfen langsam wieder an. (Archivfoto)  © Roland Weihrauch/dpa

Nach dem Einbruch durch die Corona-Pandemie ist der Betrieb an den NRW-Flughäfen im Juni vorsichtig wieder angelaufen, er lag aber immer noch um mehr als 90 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Von den sechs Hauptverkehrsflughäfen im Bundesland flogen in dem Monat knapp 162.000 Passagiere ab, 92,3 Prozent weniger als im Vergleichsmonat 2019, teilte das Statistische Landesamt IT.NRW am Montag mit.

Im Juni 2019 waren es über zwei Millionen Menschen gewesen. Erfasst werden die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund, Münster/Osnabrück, Niederrhein und Paderborn/Lippstadt.

Update, 10. August, 8.32 Uhr: Hitzefrei soll bei Maskenpflicht an Schulen großzügiger geregelt werden

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen unterstützt grundsätzlich die Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn, fordert aber praxistaugliche Erleichterungen.

"An heißen Sommertagen brauchen wir dann großzügigere Hitze-Frei-Entscheidungen", sagte der Vorsitzende des Städtetags, Pit Clausen, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Auch die Landesschülervertretung fordert, dass Hitzefrei in Zeiten coronabedingter Maskenpflicht nun auch für Oberstufenschüler gelten müsste. Die Hitze setze schließlich nicht nur Schülern der Sekundarstufe I zu, argumentieren sie.

Bislang sieht der Hitzefrei-Erlass der Landesregierung hitzefrei für die Oberstufe nicht vor. In Grundschulen und in der Sekundarstufe I entscheiden die Schulleiter über die Befreiung.

Im Erlass heißt es: "Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen. Beträgt die Raumtemperatur weniger als 25 Grad Celsius, darf Hitzefrei nicht erteilt werden."

Zum Schulstart gilt in NRW ab Mittwoch Maskenpflicht in allen Schulgebäuden und auf dem Gelände – in weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht. Diese strenge Regelung gibt es bislang nur in NRW.

Update, 10. August, 8.30 Uhr: Laschet gegen zweiten Corona-Lockdown

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gegen eine zweite Stilllegung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens wie im Frühjahr ausgesprochen.

Ein weiteres Mal das ganze Land herunterzufahren, könne "nicht die Lösung" sein, sagte Laschet am Sonntag nach einem Treffen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in Naumburg.

"Es war damals richtig, aber für die Zukunft brauchen wir gezieltere regionale abgestimmte Maßnahmen." Ein Lockdown richte auch Schäden wie Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Insolvenzen an.

Update, 9. August, 16.23 Uhr: Corona-Demos legitim, aber nur mit Hygieneregeln

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Demonstrationen der Gegner der staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen als legitim bezeichnet.

Die Demonstranten müssten sich aber wie alle anderen Bürger an die Corona-Hygieneregeln halten, sagte Laschet am Sonntag nach einem Treffen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in Naumburg.

"Mit Abstand und Mundschutz darf jeder demonstrieren und seine Meinung sagen und die Maßnahmen auch kritisieren", sagte Laschet.

"Sonst fällt auch das Land auseinander, wenn man den Eindruck vermittelt, man dürfe seine Meinung nicht sagen." Der überwiegende Teil der Menschen in Deutschland teile die Meinung der Demonstranten aber ohnehin nicht.

Rund 1500 Teilnehmer hatten sich am Sonntag nach Polizeiangaben in der Dortmunder Innenstadt zu einer Demonstration gegen Corona-Schutzmaßnahmen versammelt.

Die meisten Teilnehmer der Demo trugen keine Mund-Nasen-Schutzmaske, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtete.

Update, 9. August, 9.22 Uhr: Testpflicht an Flughäfen Köln und Düsseldorf angelaufen

Mitarbeiterin im Corona-Testzentrum am Flughafen Köln/Bonn.
Mitarbeiterin im Corona-Testzentrum am Flughafen Köln/Bonn.  © Henning Kaiser/dpa

An den Flughäfen in Düsseldorf und Köln müssen sich seit Samstag Rückkehrer aus Risikogebieten auf das Corona-Virus testen lassen.

Auf dem Busbahnhof am Köln-Bonner Flughafen waren Zelte aufgebaut, in denen Rückkehrer Nasen-Rachen-Abstriche machen lassen konnten.

Nach Angaben eines dpa-Reporters kamen sie stoßweise nach Ankunft der jeweiligen Flieger etwa aus Marokko oder der Türkei. Sie seien zügig getestet worden. Vier Ärzte seien dort im Einsatz.

Zahlen, wie viele Tests am Wochenende am Köln-Bonner-Flughafen gemacht wurden, will die Stadt Köln am Montag herausgeben.

In Düsseldorf waren schon seit vergangener Woche Teststellen am Flughafen geschaffen worden. Die Testkapazitäten im Sicherheitsbereich des Airports sollten noch einmal erweitert werden.

Neben einer Verdoppelung der Anmeldeplätze von sechs auf zwölf wird auch die Anzahl der Abstrichkabinen von 6 auf 14 erweitert.

Am letzten NRW-Ferienwochenende werden in Düsseldorf, dem größten Flughafen Nordrhein-Westfalens rund 60 Landungen aus Risikogebieten erwartet – mit etwa 8000 Passagieren.

Die Flugreisenden haben drei Tage Zeit, sich auch woanders testen zu lassen, müssen bis zum Ergebnis aber in häusliche Quarantäne, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor – aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten bis zu den USA.

Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra sowie Teile Rumäniens und Bulgariens auf der Liste.

Die Testpflicht gilt den Behörden zufolge nicht, wenn man ohne Zwischenaufenthalt durch ein Risikogebiet reist.

Update, 8. August, 14.02 Uhr: Keine größeren Verstöße

In der Nacht zum Samstag hat die Polizei in mehreren Großstädten Nordrhein-Westfalens kaum Verstöße gegen die Corona-Regelungen verzeichnet. 

Lediglich in Bonn nahmen die Beamten sieben junge Männer frühzeitig in Gewahrsam, die zum Teil stark alkoholisiert und aggressiv gewesen sein sollen. 

Die Männer seien Platzverweisen nicht nachgekommen, teilte die Polizei mit. Insgesamt wurden 20 Menschen verwiesen. Darüber hinaus habe es jedoch kaum Gründe für ein Einschreiten der Einsatzkräfte gegeben.

In Köln kam es zu keinen größeren Vorfällen. "Es waren zwar viele Leute wegen des guten Wetters unterwegs, aber es gab keine nennenswerten Störungen", sagte ein Sprecher der Polizei. Es sei eine ziemlich normale Nacht an den Rheinufern gewesen. 

Titelfoto: Jens Meyer/AP/Pool/dpa / Nicolas Armer/dpa/Pool/dpa

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