Coronavirus in NRW: Rasanter Anstieg der Corona-Patienten in NRW-Kliniken

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. In einigen Städten gibt es beispielsweise nun eine Sperrstunde. Wir geben einen Überblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise in NRW.

Ein Formular zur Erhebung der Kontaktdaten liegt in einem Café auf einem Tisch.
Ein Formular zur Erhebung der Kontaktdaten liegt in einem Café auf einem Tisch.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Stadt Baesweiler bei Aachen ist ein besonders starker Corona-Hotspot: Dort gibt es 321 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, wie die Städteregion Aachen am Donnerstag mitteilte.

Auch in mehreren anderen Gebieten Nordrhein-Westfalens ist die hohe Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche mittlerweile überschritten.

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Update, 23. Oktober, 20.15 Uhr: NRW will 800 befristete Stellen zur Corona-Nachverfolgung schaffen

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die Städte und Gemeinden stärker bei der Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten unterstützen. 

Nordrhein-Westfalen werde nicht nur rund 200 Landesbedienstete zur Unterstützung der Gesundheitsämter abstellen, sondern auch die Mittel für rund 800 Aushilfskräfte in Vollzeit bereitstellen, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag. Das Aushilfspersonal soll für bis zu sechs Monate bei der Corona-Bekämpfung helfen.

Die Kommunen spielten eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Pandemie, betonte Laumann. Sie hätten ihr Personal in den Gesundheitsämtern bereits stark ausgebaut. 

Der Bund stelle Soldaten der Bundeswehr in beträchtlicher Zahl zur Verfügung. "Auch das Land Nordrhein-Westfalen kommt seiner Verantwortung nach und wird die Besetzung von bis zu 1000 Stellen unterstützen", sagte der CDU-Politiker.

Update, 23. Oktober, 17.59 Uhr: NRW verlängert Schulbus-Programm - Förderung bis Jahresende

Wegen den Corona-Schutzauflagen unterstützt die Landesregierung Schulträger und Landschaftsverbände weiter bei der Organisation zusätzlicher Schulbusse.
Wegen den Corona-Schutzauflagen unterstützt die Landesregierung Schulträger und Landschaftsverbände weiter bei der Organisation zusätzlicher Schulbusse.  © Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Die Landesregierung unterstützt Schulträger und Landschaftsverbände weiter bei der Organisation zusätzlicher Schulbusse: Die Fördermittel, die eigentlich bis zu den Herbstferien gelten sollten, können laut Verkehrsministerium nun bis zum Jahresende abgerufen werden.

Sinn der Initiative ist es, durch mehr Schulbusse Platz in den einzelnen Fahrzeugen zu schaffen - damit Kinder und Jugendliche Abstand halten können. 

"Es geht darum, die Schülerinnen und Schüler maximal zu schützen. Mit der Förderung zusätzlicher Schulbusse schaffen wir mehr Platz, so dass alle auf dem Schulweg sicher sind", sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) laut Mitteilung.

Die Landesregierung hatte 13,5 Millionen Euro für das Projekt bereitgestellt, die noch nicht aufgebraucht wurden. 

Wie viel Geld noch im Topf ist, konnte das Ministerium nicht beziffern. Mehrere Länder wie das Saarland oder Rheinland-Pfalz waren dem Beispiel aus Nordrhein-Westfalen laut Ministerium gefolgt und hatten ähnliche Programme aufgelegt.

Update, 23. Oktober, 17.51 Uhr: Wuppertal verschickt fehlerhafte Quarantäneverfügungen wegen Technikpanne

Durch eine Technikpanne sind vom Wuppertaler Gesundheitsamt seit dem 16. Oktober über tausend fehlerhafte Quarantäneverfügungen verschickt worden. 

Zwar stimmten die Angaben zur Dauer der Quarantäne, doch die Begründung dafür war falsch, wie die Wuppertaler Stadtverwaltung am Freitag mitteilte. 

Kontaktpersonen der Kategorie 1 hätten Quarantäneverfügungen als positiv getestete Personen erhalten und umgekehrt. Unter den Betroffenen seien auch ganze Schulklassen, die irrtümlich als Positiv-Fälle angeschrieben wurden.

Ordnungsdezernent Matthias Nocke bedauerte, dass die fehlerhaften Begründungen bei vielen Menschen für große Verunsicherung gesorgt hätten. Doch sei durch den Fehler weder jemand zu lange in Quarantäne gehalten worden, noch sei die Quarantäne bei Erkrankten zu früh aufgehoben worden, hieß es.

Alle Bürgerinnen und Bürger, die eine Verfügung des Gesundheitsamtes erhalten hätten, müssten tatsächlich in Quarantäne bleiben, betonte die Stadt. Die in den Verfügungen genannten Enddaten der Quarantäne seien in allen Fällen korrekt. 

"Alle tatsächlich positiv Getesteten wurden bereits oder werden noch telefonisch kontaktiert", betonte Gesundheitsdezernent Stefan Kühn. 

Ausgelöst wurde die Panne nach Angaben der Stadt durch die Umstellung auf ein automatisiertes Versandverfahren.

Update, 23. Oktober, 15.49 Uhr: Immer mehr Kommunen rufen Bundeswehr zu Hilfe

Ein Soldat der Bundeswehr hilft im Gesundheitsamt bei der Kontaktaufnahme zu Kontaktpersonen von gemeldeten Infizierten.
Ein Soldat der Bundeswehr hilft im Gesundheitsamt bei der Kontaktaufnahme zu Kontaktpersonen von gemeldeten Infizierten.  © Markus Scholz/dpa

Die Bundeswehr hilft in immer mehr Kreisen und Städten von Nordrhein-Westfalen bei der Bewältigung der Corona-Krise. 

Momentan unterstütze die Bundeswehr in 18 Kreisen und kreisfreien Städten, nächste Woche würden es 22 Kreise und kreisfreie Städte sein, sagte ein Sprecher des Landeskommandos NRW der Bundeswehr am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Anfang dieser Woche halfen Bundeswehrsoldaten zunächst in zwölf Städten und Kreisen von NRW.

Allein in den vergangenen sieben Tagen seien 22 Amtshilfeanträge eingegangen, berichtete der Bundeswehrsprecher weiter. Bei der Hilfe gehe es nicht nur um Unterstützung bei der Nachverfolgung von Corona-Fällen. Die Bundeswehr helfe in Nordrhein-Westfalen auch mit mobilen Abstrichteams.

Lediglich ein Antrag bezüglich Ärzten beziehungsweise Ärztinnen habe aufgrund fehlender Ressourcen in den vergangenen sieben Tagen abgelehnt werden müssen.

Mit Stand von Freitagmorgen seien insgesamt 295 Soldaten und Soldatinnen zur Bewältigung der Corona-Krise in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Das sind fast doppelt so viele wie noch zu Wochenbeginn, als die Bundeswehr von mehr als 150 Bundeswehrsoldaten sprach.

Update, 23. Oktober, 14 Uhr: Vorerst keine neuen Maßnahmen in Köln

Am Freitagnachmittag hat  die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker nach einer Sitzung des Krisenstabs über die aktuelle Lage informiert.

Demnach seien überall Anstiege zu verzeichnen und die Verfolgung der Kontaktpersonen sei nicht mehr tagesaktuell möglich. In 50 Prozent der Fälle sei die Infektionsquelle unbekannt. Das Stadtoberhaupt appellierte erneut an alle Bürger, sich an die Maßnahmen zu halten, um einen Lockdown zu verhindern. 

Die Begrenzung der Kontakte sei am wichtigsten. Auch Familientreffen sollten auf den engsten Kreis beschränkt werden.

Da die Wirkung der zuletzt umgesetzten Maßnahmen noch nicht beurteilt werden könne, wolle man sich erst am kommenden Montag über weitere Maßnahmen beraten

Update, 23. Oktober, 13.15 Uhr: Spielhalle geht erfolgreich gegen Sperrstundenregel in Aachen vor

Die Betreiberin einer Spielothek ist erfolgreich gegen die in Aachen geltende Corona-Sperrstundenregel für Spielhallen vorgegangen. 

Das teilte das Verwaltungsgericht Aachen am Freitag mit. Die Corona-Auflage der Stadt schreibe demnach vor, dass "öffentliche Vergnügungsstätten" um Mitternacht schließen müssten. Das sei aber voraussichtlich zu umfassend und daher rechtswidrig, entschied das Gericht (Az.: 7 L 758/20).

Die Kammer erklärte unter anderem, dass das "gesellige Beisammensein" in Spielhallen nur von untergeordneter Bedeutung sei, da sich Gäste in der Regel auf ihren Spielautomaten fokussierten. 

Auch seien Spielhallen nach der Coronaschutzverordnung ohnehin verpflichtet, Schutz- und Hygienekonzepte zu befolgen. Dass derartige Konzepte nicht ausreichen, um die Bevölkerung vor Neuinfektionen zu schützen, sei nicht erkennbar. Es sei nicht ersichtlich, dass eine Sperrstunde für sämtliche öffentliche Vergnügungseinrichtungen erforderlich sei.

Gegen den Beschluss kann die Stadt Aachen nun Beschwerde am Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster einlegen.

Gegen Sperrstunden in Gaststätten und Bars gehen zahlreiche Gastronomen seit dieser Woche in Nordrhein-Westfalen vor. Sie klagen per Eilverfahren am OVG gegen die seit dem 17. Oktober geltende Corona-Schutzverordnung des Landes.

In Kommunen mit hohen Neuinfektionszahlen gilt eine verpflichtende Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr. Wann das OVG eine Entscheidung verkündet, ist noch offen.

Update, 23. Oktober, 12.45 Uhr: Hotspot Baesweiler: Infektionskennziffer klettert weiter auf 328

Baesweiler bei Aachen weist eine sehr hohe Corona-Inzidenz auf.
Baesweiler bei Aachen weist eine sehr hohe Corona-Inzidenz auf.  © Henning Kaiser/dpa

In der massiv vom Coronavirus betroffenen Stadt Baesweiler bei Aachen ist die wichtige Kennziffer für Corona-Neuinfektionen weiter gestiegen. 

Mit Stand vom Freitag gab es 328 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, wie die Städteregion Aachen mitteilte. 

Am Tag zuvor hatten die Behörden den Wert mit 321 angegeben. Das ist weit über der kritischen Stufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

In Baesweiler gelten seit Kurzem harte Einschränkungen, um die Lage in den Griff zu kriegen. Sportplätze und Turnhallen bleiben etwa geschlossen, bei Trauungen oder Beerdigungen dürfen bis zum Jahresende nur noch zehn Menschen zusammenkommen. 

Die muslimischen Gemeinden haben den Angaben zufolge freiwillig vereinbart, dass Freitagsgebet bis zum 31. Oktober aussetzen zu wollen.

Man habe in allen Kommunen festgestellt, dass viele der privaten Feiern ihren Ursprung in religiösen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen, Kinderkommunionen und Gottesdiensten beziehungsweise Gebeten gehabt hätten - davon seien alle Religionen betroffen gewesen, erklärte Gesundheitsdezernent Michael Ziemons von der Städteregion Aachen. 

Die Hygienekonzepte in den Moscheen seien "hervorragend" und es habe keinerlei Beanstandungen gegeben. "Daher ist der freiwillige Verzicht auf die Gebete sehr hilfreich, wichtig und absolut vorbildlich."

Update, 23. Oktober, 11.46 Uhr: Gelsenkirchener Zoo führt generelle Maskenpflicht ein

Für Besucher und Mitarbeiter des Gelsenkirchener Zoos "ZOOM Erlebniswelt" besteht seit Freitag eine generelle Maskenpflicht. Bisher galt diese nur in geschlossenen Räumen wie den Tierhäusern oder Toiletten, teilte der Park mit.

"Vor dem Hintergrund des steigenden Inzidenzwertes von Corona-Neuinfektionen hat sich der Zoo entschieden, die Maskenpflicht auf das gesamte Gelände auszuweiten", hieß es in einer Mitteilung. Laut Robert Koch-Institut lag die Kennzahl von Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Freitag bei 129.

Zurzeit dürfen maximal 3500 Besucher den Gelsenkirchener Zoo gleichzeitig betreten. Mehrere Attraktionen wie der Indoorspielplatz sind geschlossen. "Auch Tierpflegergespräche, Fütterungen, Schnupperkurse und Kindergeburtstage können aufgrund der Corona-Pandemie bis auf weiteres nicht angeboten werden", so der Zoo. In anderen Zoos in NRW wie in Münster oder Köln gilt die Maskenpflicht bereits.

Update, 23. Oktober, 11.42 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen auf Höchststand

In Nordrhein-Westfalen haben die Corona-Neuinfektionen einen Höchstwert erreicht. Das Landeszentrum Gesundheit NRW meldete dem Robert Koch-Institut (RKI) am späten Donnerstagabend 2740 Fälle.

Tatsächlich lag die Zahl der Neuinfektionen aber noch höher, denn durch eine technische Panne am RKI flossen die Neuinfektionen aus einem Fünftel der NRW-Kommunen nicht in die am Freitag veröffentlichte Statistik ein.

Die genaue Zahl der Neuinfektionen blieb damit am Freitag unklar. Die fehlenden Angaben könnten erst an diesem Samstag in der RKI-Statistik nachgetragen werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Allerdings meldeten die verbliebenen 42 der insgesamt 53 Kreise und kreisfreien Städte so viele Neuinfektionen, dass allein das für einen neuen NRW-Höchstwert reichte. Die Werte liegen damit über denen vom Frühjahr. Mittlerweile wird aber auch wesentlich mehr getestet – sodass auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Update, 23. Oktober, 10.49 Uhr: Erste Patienten aus Niederlanden nach Deutschland geflogen

Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. 

Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten am Freitag in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen.

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. 

Zuletzt waren am Donnerstag fast 9300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Die Krankenhäuser in der Region Nordwesten, zu der auch Almere gehört, könnten den Zustrom neuer Patienten kaum bewältigen, teilte das Zentrum in Rotterdam mit. "Das Wasser steht ihnen bis zum Hals."

Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

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