40 Jahre alter Mordfall vor der Aufklärung? Neue Beweise könnten Lage verändern

Von Frank Christiansen

Düsseldorf - Im Prozess um den Mord an einem Psychologieprofessor in Hilden bei Düsseldorf hat das Landgericht Nachermittlungen angekündigt. 

Das Landgericht Düsseldorf hat Nachermittlungen in einem Cold Case angekündigt.
Das Landgericht Düsseldorf hat Nachermittlungen in einem Cold Case angekündigt.  © Martin Gerten/dpa

Von einem Zeugen, der zur Tatzeit als Prostituierter gearbeitet und als gewalttätig aufgefallen sein soll, will das Gericht eine Speichelprobe nehmen lassen, kündigte der Vorsitzende Richter an. Offenbar geht es darum, seine DNA mit der am Tatort gefundenen DNA abzugleichen. 

Der Hochschullehrer war im April 1984 in seinem Wohnhaus in Hilden bei Düsseldorf erstochen worden. 24 Messerstiche in Rücken, Nacken und den rechten Brustbereich wurden damals festgestellt. Fast 42 Jahre später wird in Düsseldorf gegen einen 62 Jahre alten Angeklagten verhandelt. Zur Tatzeit war er 21 Jahre alt und soll als Prostituierter gearbeitet haben.

Der Angeklagte war bereits damals ins Visier der Mordkommission geraten: Sein Fingerabdruck war an einem Teller in der Küche des Professors entdeckt worden.

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Dort soll der Wissenschaftler seinen späteren Mörder bewirtet haben.

Tatverdächtiger beteuert seine Unschuld

Ein 62-Jähriger steht im Verdacht, einen Psychologieprofessor in Hilden bei Düsseldorf getötet zu haben.
Ein 62-Jähriger steht im Verdacht, einen Psychologieprofessor in Hilden bei Düsseldorf getötet zu haben.  © Oliver Berg/dpa

Deswegen wurde dem Mann, der inzwischen in Italien lebte, Jahrzehnte später eine DNA-Probe abverlangt. Sie passt laut den Ermittlungen zu einer DNA-Spur an der Leiche des Professors und an einem Tuch im Schlafzimmer. Damals hatten diese Spuren demnach noch nicht entschlüsselt und ausgewertet werden können.

Verteidigerin Hannah Piel sagt, ihr Mandant beteuere seine Unschuld. An der Leiche des Professors sei DNA von vier verschiedenen Männern entdeckt worden. 

Der verwitwete Professor soll mehrfach männliche Prostituierte mit nach Hause gebracht haben. Da weder ein Fenster eingeschlagen noch eine Tür aufgebrochen war, ging die Kripo damals davon aus, dass der Hochschullehrer seinen Mörder selbst hereingelassen und vermutlich gekannt hat.

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Die drei Kinder des verwitweten, alleinerziehenden Vaters wurden durch die Tat zu Vollwaisen.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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