Gift oder Herzinfarkt? Meistgesuchter Rocker und ehemaliger Hells-Angels-Boss offenbar tot

Köln/Teheran (Iran) - Erkan Akyol (†39) galt als meistgesuchter Rocker Deutschlands. Gegen ihn lief wegen Mordes ein internationaler Haftbefehl und erst im vergangenen Jahr überlebte er einen Mordanschlag in der Türkei. Jetzt soll der ehemalige Hells-Angels-Boss und Bandidos Rocker tot sein.

Erkan Akyol (†39) war der ehemalige Boss der Ortsgruppe "C-Town". Im vergangenen Jahr kursierte ein Video des einstigen Rockerbosses im Netz, in dem dieser behauptet, dass er von den Hells Angels "abgesägt" wurde. Für Akyol war das Grund genug, zu den Blutfeinden - den Bandidos - überzutreten. (Archivbild)  © Franziska Kraufmann/dpa

Wie einige Insider gegenüber BILD berichteten, starb der türkischstämmige Rocker in der iranischen Hauptstadt Teheran. Die Todesursache ist jedoch umstritten.

So heißt es in einem offiziellen Schreiben der iranischen Polizei, dass Akyol einige Stunden nach einem Arztbesuch einen Herzinfarkt erlitten haben soll und er infolgedessen am vergangenen Sonntag verstorben sei. Doch insbesondere die Kölner Rocker-Szene soll diese Variante der Geschichte keinen Glauben schenken.

Denn sein Kollege, Ahmet N., bei dem sich der 39-Jährige während seiner Zeit im Iran versteckte, soll an akuten Vergiftungssymptomen leiden und aufgrund eines Nierenversagens sogar um sein Leben kämpfen. Wurde Erkan Akyol also vielleicht ebenfalls Opfer eines Giftanschlags?

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Eine Obduktion seines Leichnams könnte Licht ins Dunkel bringen, doch dies erweist sich als äußerst kompliziert. Aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten können die sterblichen Überreste des ehemaligen Hells-Angels-Oberhauptes der Ortsgruppe "C-Town" nicht nach Deutschland überführt werden.

Erst im Dezember des vergangenen Jahres sorgte Erkan Akyol für Schlagzeilen, als er seine alte Hells-Angels-Kutte bespuckte und mit Füßen trat. Dabei trug er eine Bandidos-Kutte, ein Zeichen des verfeindenden Rockerclubs.

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Zwischen den Hells Angels und den Bandidos herrscht seit vielen Jahren eine erbitterte Feinschaft. Nicht selten artet diese Feinschaft auch in gewaltsamen Auseinandersetzungen aus. (Archivbild)  © Jonas Güttler/dpa
In den sozialen Medien nehmen Angehörige Abschied von dem verstorbenen Rocker. Unter diesem Bild heißt es: "Möge Gott dem Verstorbenen gnädig sein".  © Screenshot: facebook.com/Ilhan Askın

Erkan Akyol überlebte schon einmal einen Mordanschlag

Der internationale Haftbefehl geht auf einen Mord im Jahr 2015 in Köln zurück, bei dem ein 29-jähriger Albaner Opfer des damaligen Hells-Angels-Mitgliedes wurde. Kurz darauf setzte sich der Rocker in die Türkei ab. Dort setzte er seine kriminellen Machenschaften fort. Im März des vergangenen Jahres, als Akyol in einem Istanbuler Restaurant saß, verübte ein Auftragskiller einen Anschlag auf ihn, den er nur knapp überlebte.

Vor knapp sechs Monaten flüchtete er schließlich in den Iran, wo er bei seinem Kumpel Ahmet N. Zuflucht fand.

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