Galeria denkt an Filialschließungen: Auch zwei Kölner Geschäfte betroffen

Von Christian Rothenberg

Düsseldorf - Bei der Warenhauskette Galeria drohen neue Filialschließungen. Die Mietverträge von acht Standorten sollen neu verhandelt werden. Die Gespräche sind nach Angaben des Unternehmens bereits angelaufen.

Auch die Galeria-Filiale auf der "Breite Straße" in Köln könnte geschlossen werden.
Auch die Galeria-Filiale auf der "Breite Straße" in Köln könnte geschlossen werden.  © Henning Kaiser/dpa

"Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen", teilte Galeria mit.

Betroffen sind Filialen in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Die Mietverträge laufen laut Galeria mittelfristig aus. Wann genau sie enden und bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage nicht.

Der Warenhausbetreiber begründete den Schritt mit der angespannten Marktsituation des innerstädtischen Einzelhandels. Philipp Kretzer, Chief Sales Officer von Galeria, sagte: "Wir kämpfen für den Erhalt unserer Filialen und möchten an den Standorten bleiben."

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Voraussetzung dafür sei jedoch ein wirtschaftlich tragfähiges Modell. Die Geschäftsführung kündigte an, zeitnah vorsorglich Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die betroffenen Filialen aufzunehmen. Damit würde frühzeitig Planungssicherheit für die Mitarbeitenden geschaffen.

Ver.di kritisiert Vorgehen

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert das Vorgehen des neuen Eigentümers.
Die Gewerkschaft ver.di kritisiert das Vorgehen des neuen Eigentümers.  © Tom Weller/dpa

Die Gewerkschaft ver.di kritisierte das Vorgehen. "Wir hätten uns von dem neuen Eigentümer Bernd Beetz mehr erwartet als leere Versprechungen", sagte Vorstandsmitglied Silke Zimmer.

Die Standorte seien vernachlässigt und regelrecht runtergewirtschaftet worden. "Immer sollen die Beschäftigten für die Unfähigkeit des Managements den Kopf hinhalten."

Ver.di fordert die Eigentümer auf, in das Unternehmen zu investieren und Verantwortung zu übernehmen.

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Galeria hat in Deutschland derzeit 83 Warenhäuser und beschäftigt etwa 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte die Kette zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden müssen.

Grund dafür waren unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa sowie hohe Mietkosten. Neun Häuser wurden im Sommer 2024 geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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