Köln - Ein neuer Billig-Kaffee-Anbieter aus China mischt jetzt auch in Köln mit und verkauft Espresso für unter einem Euro. Für viele kleine Cafés könnte das ungemütlich werden.
Mit "Cotti Coffee" betritt ein riesiger Player aus Fernost die Bühne und eröffnet erste Standorte in Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf.
Bei den Preisen dürfte sich so mancher Kunde verwundert die Augen reiben: ein Espresso für 99 Cent, ein Cappuccino für 2,97 Euro.
Allerdings gelten diese Kampfpreise nur zum Start. Nach der Eröffnungsphase kostet der kleine Espresso regulär 2 Euro, ein Americano liegt bei 2,70 Euro – zumindest in Köln.
Während Starbucks seit 1971 rund 40.000 Filialen weltweit aufgebaut hat, bringt es Cotti nach gerade einmal vier Jahren schon auf 18.000 Standorte in 28 Ländern.
Da kommt die Frage auf: Wie geht das so schnell und günstig? Die Antwort darauf ist das radikal schlanke System: Bestellt wird nur per App, Personal gibt es auf ein Minimum reduziert und die Läden sind eher klein und minimalistisch gehalten.
Kampf um Kunden: Kleine Cafés schlagen Alarm
Der Kaffee selbst wird beim Geschäftskonzept von Cotti Coffee fast Nebensache. Entscheidend scheint die digitale Strategie zu sein.
Mit Social-Media-Aktionen, etwa einem Gratisgetränk für Neukunden, oder bunten Trend-Getränken wie dem Matcha Mango Frappé versucht die chinesische Kaffee-Kette, Kunden anzulocken.
Doch was heißt das für die Szene in Köln? Skepsis ist da, vor allem bei kleineren Betrieben. "Für uns wäre das nicht machbar", sagt Dirk Barthelmeß von der Kölner Rösterei Moxxa Caffè dem WDR.
Die laufenden Kosten seien einfach zu hoch und auch die Bohnenpreise seien zuletzt gestiegen. Gerade für lokale Anbieter dürfte es also noch härter werden.
Wer allerdings mehr auf die Qualität als auf den Preis setzt, dürfte bei Cotti Coffee nicht gut bedient sein. Über die Herkunft der Kaffeebohnen verrät der neue Marktteilnehmer aus China bislang wenig.