Köln - Nach langem Hin und Her gibt es nun Klarheit für das Pantaleonsviertel. Trotz großer Sorgen in der Nachbarschaft und sogar gestarteter Petitionen soll hier ein neues Hilfszentrum für Abhängige entstehen.
Der Sozialausschuss hat das Suchthilfezentrum am Perlengraben in einer Sondersitzung mit deutlicher Mehrheit beschlossen.
Damit ist klar: Der Rat wird das Projekt voraussichtlich nicht mehr stoppen, auch wenn noch ein gemeinsamer Änderungsantrag folgen soll.
Viele Anwohner hatten das Vorhaben zuvor kritisch gesehen, teils große Bedenken geäußert und sogar über Petitionen gegen den Standort gekämpft.
Kölns Gesundheitsdezernent Harald Rau wertet die Entscheidung als klares politisches Signal. Gegenüber Radio Köln machte er deutlich, dass es nicht bei einem einzelnen Zentrum bleiben soll.
Nicht nur im Pantaleonsviertel: Stadt will Suchthilfe weiter ausbauen
Die Politik unterstütze laut Rau das Konzept, "erst mal eines, zukünftig aber mehrere Suchthilfezentren zu betreiben". Besonders wichtig sei dabei der Rund-um-die-Uhr-Betrieb.
Stadt und Polizei versprechen, rund um das neue Zentrum keinen offenen Drogenhandel und keine sichtbare Drogenszene zuzulassen. Auch der Spagat zwischen Hilfe und Ordnung werde mitgetragen: Ziel sei es, "die Schadenminimierung für die Schwerstkranken zu realisieren" und gleichzeitig "im öffentlichen Raum repressiv vorzugehen".
Rau kündigte außerdem an, weiter das Gespräch mit den Menschen im Pantaleonsviertel zu suchen. Parallel dazu soll in Kalk schon in den kommenden Wochen ein weiterer Drogenkonsumraum an den Start gehen.