Köln - Schon im vergangenen Oktober hatte die Stadt Köln mitgeteilt, dass der renommierte Heinrich-Böll-Preis 2025 an die Schriftstellerin und Übersetzerin Heike Geißler (48) vergeben wird. Nun ist klar, wann die in Leipzig lebende Autorin die Auszeichnung entgegennehmen darf.
Am kommenden Freitag (27. März) wird Geißler den mit 30.000 Euro dotierten Preis von Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) in der Piazetta des Historischen Rathauses überreicht bekommen. Das hat die Stadt Köln mitgeteilt.
Am Vorabend der Preisverleihung wird Geißler zudem im Interim der Zentralbibliothek mit Mathias Zeiske, dem Leiter des Literatur- und Filmprogramms beim renommierten Berliner Künstlerprogramm des DAAD (Deutscher Akademische Austauschdienst), über ihr Werk sprechen.
Die in Riesa geborene 48-Jährige wurde bereits im Herbst über die Entscheidung der Jury, zu der auch Ex-Bürgermeisterin Henriette Reker (69) gehörte, informiert. "Wie kaum eine zeitgenössische Autorin treibt Heike Geißler die Frage nach prekären Arbeitsverhältnissen um", begründete Jury-Mitglied Kathrin Röggla die Entscheidung damals.
Daneben würdigte die Jury Geißler für ihre Literatur, die sich mit prekären Arbeitsverhältnissen und dem Optimierungsdruck auseinandersetzen und im Sinne Heinrich Bölls (†67) gesellschaftlich relevante Themen behandeln würde. "Geißler ist eine literarische Stimme, die Wirklichkeit sichtbar macht und Sprachräume für jene öffnet, die meist übersehen werden", hieß es dazu.
Darum steht Heike Geißler ganz in der Tradition von Heinrich Böll
Ein Beispiel dafür sei etwa ihr Roman "Saisonarbeit". In der Mischung aus Reportage und einem radikal subjektiven Erfahrungsbericht beschreibt sie ihre eigenen Erfahrungen als Aushilfskraft beim US-Konzern Amazon. Weitere erfolgreiche Werke von Geißler sind der Roman "Die Woche" sowie ihre Essays zu kritischen Themen wie "Verzweiflung" und "Arbeit".
Der Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise in Deutschland und wird alle zwei Jahre vergeben. Er erinnert an den Kölner Ehrenbürger und Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll und wird an Autorinnen und Autoren vergeben, "die mit ihrem Werk in der Tradition Bölls stehen: Kritische Zeitdiagnostik, eine ethische Haltung und ein unbestechlicher Blick auf gesellschaftliche Brüche sind zentrale Kriterien"