Zwölf Euro für den Dom: So fällt das Urteil der ersten Besucher aus
Von Marco Rauch und Alina Eultgem
Köln - Premiere am Kölner Dom: Seit Dienstag kostet der Besuch des Innenraums für Touristen zwölf Euro. Doch wie kommt die neue Regelung bei den ersten Gästen an?
Die ersten zahlenden Besucher, eine Mutter und ihr Sohn aus der Ukraine, zeigten sich überrascht, aber positiv. "Das ist ein fairer Preis. Es ist so ein schönes Gebäude", sagte die Mutter.
Auch viele andere Touristen sehen die neue Gebühr gelassen. Besucher aus den USA und Malta halten zwölf Euro für angemessen, schließlich koste der Erhalt eines solchen Bauwerks viel Geld.
Ganz reibungslos verlief der Start aber nicht. Zum Einlass bildete sich zunächst eine kleine Schlange, weil die Ticketkontrollen neu waren und das Scannen der Tickets anfangs hakte. Nach kurzer Zeit lief der Einlass jedoch deutlich flüssiger.
Für Verwirrung sorgte außerdem der kostenlose Zugang für Menschen, die lediglich beten oder eine Kerze anzünden möchten.
Dieser ist ausschließlich über den Nordeingang an der Bahnhofsseite möglich. Einige Besucher mussten deshalb zunächst umgeleitet werden.
Gratis in den Dom? Frau klettert offenbar über Absperrung
Eine "Gesinnungsprüfung" am Nordeingang wolle man nicht durchführen, hatte das Domkapitel immer wieder betont, man setze auf Vertrauen.
Dennoch beobachtete ein Mann im Innenbereich laut eigener Aussage, wie eine Frau über die Absperrung kletterte, wohl um auch den Rest der Kirche gratis besichtigen zu können.
Dompropst Assmann nannte das einen "Einzelfall" und geht davon aus, dass sich die meisten Menschen an die Regeln halten.
Nicht alle zeigen allerdings Verständnis für den Eintrittspreis. Ein Kölner findet zwölf Euro zu hoch, auch ein Touristenführer befürchtet, dass sich einkommensschwächere Familien den Besuch künftig zweimal überlegen könnten.
Das Domkapitel hatte die Einführung mit den hohen Unterhaltskosten begründet. Nach eigenen Angaben schreibt der Dom seit 2019 ein Minus und ist auf zusätzliche Einnahmen angewiesen.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

