Von Yuriko Wahl-Immel
Düsseldorf - Im Streit um eine Veranstaltung mit einer palästinensischen Künstlerin an der Kunstakademie Düsseldorf ist der Druck auf Rektorin Donatella Fioretti (64) gewachsen.
Kulturministerin Ina Brandes (48, CDU), die Antisemitismusbeauftragte Sylvia Löhrmann (69), Alon Dorn als Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und Redner aller Fraktion im Landtag kritisierten die Rektorin scharf.
Brandes sagte, Fioretti werde ihrer Verantwortung als Führungskraft der Hochschule nicht gerecht.
Die Rektorin sagte zwar am Mittwoch in einer Sondersitzung im Landtag, sie wolle zur Beruhigung der Lage beitragen, erreichte aber das Gegenteil. Fioretti blieb weitestgehend bei ihrer Position und räumte lediglich einen Kommunikationsfehler ein.
Der Hintergrund: Studierende hatten die palästinensische Künstlerin Basma al-Sharif im Januar zu einem hochschulinternen Werkvortrag eingeladen.
Die Veranstaltung hatte trotz Warnungen und Appellen zum Verzicht stattgefunden. Der Künstlerin war unter Verweis auf Beiträge in sozialen Medien Antisemitismus vorgeworfen worden.
Ausladung von Künstlerin Basma al-Sharif rechtlich nicht möglich?
Fioretti sagte nun, man habe die Kritik ernst genommen und die Posts der Künstlerin daher überprüft. Sie hätten sich im Rahmen der Meinungsfreiheit bewegt.
Eine Ausladung wäre "willkürlich", also rechtlich nicht möglich gewesen.
Dorn forderte erneut Fiorettis Rücktritt. Zudem verlangte er eine unabhängige Untersuchung zur Situation jüdischer Studierender an der Hochschule.
Die Äußerungen von Basma al-Sharif seien antisemitisch, sie spreche Israel das Existenzrecht ab.
Es gehe in ihren Posts "um die Delegitimierung eines Staates, um Narrative von Terrororganisationen und um Symboliken, die Gewalt gegen Juden legitimieren".
Ministerin Brandes warf Fioretti vor, dass sie sich nach wie vor nicht klar von den Positionen der Künstlerin distanziere.