Köln - Immer mehr Frauen in Köln wenden sich wegen häuslicher Gewalt an Beratungsstellen. Besonders im rechtsrheinischen Teil der Stadt schlagen die Einrichtungen Alarm.
Im vergangenen Jahr haben fast 4000 Frauen in Köln Gewalt durch den Partner oder im familiären Umfeld bei der Polizei angezeigt.
Viele von ihnen suchten zusätzlich Unterstützung bei der Beratungsstelle "Der Wendepunkt" der Diakonie Michaelshoven.
Dort meldeten sich mehr als 700 Betroffene, deutlich mehr als noch ein Jahr zuvor. Laut der Beratungsstelle ist die Zahl der Fälle um rund 15 Prozent gestiegen.
Die Mitarbeiterinnen berichten, dass in vielen Situationen nicht nur die Frauen selbst leiden. Häufig leben auch Kinder im Haushalt, die die Gewalt mitbekommen.
Auch Kinder leiden unter der Gewalt
Kinder gelten zwar nicht immer als direkte Opfer, sind aber trotzdem stark betroffen. Genau hier fehlt es laut Beratungsstelle an ausreichender Unterstützung.
Nur etwa 60 Kinder konnten im vergangenen Jahr gezielt beraten werden. Nach Einschätzung der Einrichtung bräuchten jedoch deutlich mehr junge Betroffene Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten.
Die Beratungsstelle fordert deshalb mehr Unterstützung von der Politik. Vor allem die Finanzierung von Beratungs- und Hilfsangeboten müsse langfristig gesichert werden.