Köln - Ein Mann treibt mitten im Rhein, lehnt jede Hilfe ab und sorgt damit für einen aufwendigen Großeinsatz. Am Ende muss ein Strömungsretter selbst ins Wasser springen, um ihn in Sicherheit zu bringen.
Was wie eine Filmszene klingt, spielte sich am Dienstagnachmittag in Köln tatsächlich ab. Die Feuerwehr schilderte den ungewöhnlichen Einsatz auf Instagram mit den Worten: "Kannste dir nicht ausdenken."
Los ging alles gegen 15.59 Uhr. Ein Passagier auf einem KD-Schiff meldete eine Person im Rhein auf Höhe der Zoobrücke. Kurz darauf ging ein weiterer Notruf ein - diesmal von einem ehemaligen Feuerwehrmann, der den Mann ebenfalls im Wasser entdeckt hatte.
Ein Rettungsboot machte sich sofort auf den Weg. Doch als die Einsatzkräfte den Schwimmer erreichten, wollte der von einer Rettung offenbar nichts wissen.
Laut Feuerwehr hatte die Person schlicht "keine Lust, gerettet zu werden". Selbst als die Wasserschutzpolizei mit ihrem Boot hinzukam, blieb es bei einem klaren "Nein, danke".
Das Problem: Der Mann befand sich ausgerechnet auf dem Fahrtweg für Schiffe. Wegen des derzeitigen Niedrigwassers mussten diese auf engstem Raum ausweichen.
Feuerwehr beendet das gefährliche Spiel
Nachdem einige Zeit ins Land gegangen war, machten die Strömungsretter schließlich kurzen Prozess. Einer der Spezialkräfte sprang selbst in den Rhein, schwamm zu dem Mann und zog ihn zum Rettungsboot "Ursula".
Gemeinsam mit der Besatzung des Polizeibootes wurde die Person schließlich an Bord gebracht und an der Bastei dem Rettungsdienst übergeben.
Insgesamt waren 55 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und DLRG im Einsatz. Dazu kamen 15 Fahrzeuge, ein Rettungsboot, ein Löschboot, ein Polizeiboot sowie ein Rettungshubschrauber. Gegen 17.15 Uhr war der Einsatz beendet.
Zum Schluss richtete die Feuerwehr noch einmal einen eindringlichen Appell an alle: "Baden und Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich!" Seit dem vergangenen Jahr ist das Schwimmen im Kölner Rhein deshalb verboten.
Starke Strömungen, der Sog vorbeifahrender Schiffe und schlechte Sicht können selbst erfahrenen Schwimmern zum Verhängnis werden. Zudem bringen solche Aktionen auch die Berufsschifffahrt und zahlreiche Einsatzkräfte in Gefahr.