Köln - Die Sanierung der maroden Hochhäuser an der Osloer Straße in Köln-Chorweiler stockt weiterhin. Nun haben sich insgesamt 137 Mieter mit Unterstützung der Linken mit einer Petition an den Eigentümer der Wohnhäuser gewandt und dramatische Zustände angeprangert.
Vor zwei Jahren wurden die Gebäude von der Zentral Boden Immobilien Gruppe (ZBI) an die von der In-West GmbH gemanagte I-Wohnen Gruppe verkauft. Die Hoffnung war klar: Endlich sollte sich die Situation für die Anwohner spürbar verbessern. Passiert ist seitdem aber nicht viel, heißt es nun in der Petition: "Statt die Probleme zu beheben, erhöhen Sie sogar noch die Miete."
Hinzu kommt, dass die Häuser, ohne einen Fortschritt erkennen zu können, seit über einem Jahr von Gerüsten eingehüllt sind. Zudem kämpfen die Anwohner weiterhin mit seit Jahren defekten Klingelanlagen und teils monatelang stillstehenden Aufzügen sowie Problemen mit Internet- und Fernsehanschlüssen.
Noch dramatischer: Die Gebäude werden immer wieder von Mäusen, Kakerlaken und weiteren Insekten heimgesucht und etliche Wohnungen sollen Wasserschäden und Schimmelbefall aufweisen - auch, weil viele Fenster und Balkontüren undicht sein sollen.
Das habe "direkte Folgen für die Gesundheit, besonders von Kindern und älteren Menschen", berichten die Mieter. Zumal oftmals keine Reaktion von den Eigentümern komme, wenn die Schäden gemeldet würden. "Wenn doch etwas passiert, ergeben sich mitunter weitere Probleme, zum Beispiel bei der Abrechnung von Stromkosten für Trockengeräte", heißt es weiter.
Geplante Renovierung sorgt für Unmut bei den Mietern
Zwar sollen inzwischen Renovierungsarbeiten angekündigt worden sein. Diese sollen aber rund anderthalb Jahre dauern und keinerlei Rücksicht auf die Bewohner nehmen. So soll etwa zeitweise die Wasserversorgung in den Häusern teilweise abgestellt werden. Als Toiletten-Ersatz sollen in dieser Zeit Container vor den Gebäuden aufgestellt werden.
Doch auch dieser Plan sorgt für Unmut: "Monatelang für die Toilette bis zu 23 Stockwerke nach unten zu laufen, ist nicht zumutbar", prangern die Anwohner an. Zumal nicht klar sei, "wie ohne Wasserversorgung das Leben möglich sein soll: Wie sollen wir kochen? Wie duschen? Was passiert mit Menschen, die krank sind oder kleine Kinder haben? Was machen wir mit schmutzigem Wasser? Wie sollen wir uns waschen?"
Stattdessen brauche es eine "bessere Lösung für die Zeit der Renovierung" - etwa die Bereitstellung von Ersatzwohnungen oder das Abstellen von Wasser nur in einzelnen Räumen.
Daneben fordern die Anwohner unter anderem die sofortige Reparatur von defekten und undichten Dächern und Fenstern sowie Aufzügen, die Beseitigung des Schimmels in den Wohneinheiten und die Instandsetzung von Heizung und der Warmwasserversorgung. Auch sollen die jüngsten Mieterhöhungen zurückgenommen werden, da diese "angesichts des dokumentierten Sanierungsstaus und der anhaltenden Mängel nicht zu rechtfertigen" seien.
Kölner Linke fordert: "Auf Versprechungen muss jetzt Handeln folgen!"
"Die Menschen warten schon lange in menschenunwürdigen Zuständen darauf, dass sich ihre Wohnsituation endlich bessert", meint auch Eva Caspers (Linke), Ratsmitglied der Stadt Köln, während Linken-Kreissprecher Jan Schiffers betont: "Auf Versprechungen muss jetzt Handeln folgen. […] Für uns ist zentral, dass die Verbesserungen den Bestandsmietern zugutekommen, die hier teilweise schon seit Jahrzehnten leben."
Die In-West GmbH hat sich auf TAG24-Anfrage vom 2. April bislang nicht zu den dramatischen Zuständen in den Wohnhäusern sowie der Mieterpetition geäußert.