Weiberfastnacht in Köln: Frau von Machete bedroht, Vergewaltigung im Zülpicher Viertel
Köln - Die Jecken sind los! An diesem Donnerstag ist in Köln der Startschuss für den Straßenkarneval gefallen. Neben wetterbedingten Planänderungen der Feiernden kam es mancherorts auch zu brisanten Polizeieinsätzen.
Die Domstadt gilt bekanntlich als Hauptstadt des närrischen Treibens.
Um den Ansturm an Jecken zu bewältigen, war das Ordnungsamt mit bis zu 400 Mitarbeitern und rund 2600 Sicherheitskräften von externen Dienstleistern an Weiberfastnacht im Einsatz.
Zusätzlich waren bis zu 1500 Polizisten auf den Straßen Kölns unterwegs, um allen Karnevalisten ein möglichst sicheres Altweiber zu ermöglichen.
In vielen Städten haben um 11.11 Uhr Frauen traditionell die Rathäuser gestürmt und symbolisch die Macht übernommen. In Köln stand pünktlich zum Party-Start das Dreigestirn mit Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) auf der Bühne.
Hier der TAG24-Ticker über das bunte Treiben zum Nachlesen.
20.36 Uhr: Frau von Machete bedroht, Ermittlungen wegen Vergewaltigung und Polizist verletzt
Inmitten aller Partys und Karnevalsfeierlichkeiten ist es am Donnerstag auch zu ziemlich brisanten Einsätzen der Polizei gekommen.
Eine Frau hat in der Weidengasse ihr Handy an einen Unbekannten verliehen, der es kurz darauf einsteckte, die Frau mit einer Machete bedrohte und flüchtete. In einem anderen Fall ermitteln die Beamten wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung unter Männern im Zülpicher Viertel.
Später sei ein Polizei durch einen Randalierer schwer am Kopf verletzt worden, als dieser den Mann beruhigen wollte. Der Beamte war im Anschluss nicht mehr dienstfähig.
19.38 Uhr: Ordnungsamt gibt erschreckende Details preis
Mehr als 400 Jugendliche sind im Bereich der Zülpicher Straße mit Alkohol und Tabak erwischt worden, obwohl sie beides nicht hätten besitzen dürfen. Das hat das Kölner Ordnungsamt inzwischen mitgeteilt.
Am späten Nachmittag hat es sich am "Zülpi" noch einmal ordentlich gefüllt. Trotzdem verläuft alles friedlich.
18.06 Uhr: Betrunkene und Wildpinkler werden mehr
Mit steigendem Alkoholpegel sinkt bei einigen - wie jedes Jahr - die Hemmschwelle und das Schamgefühl.
Auf der Partymeile Zülpicher Platz, Barbarossaplatz, Chlodwigplatz und Ubierring nehmen am Nachmittag die Alkoholleichen und Wildpinkler deutlich zu.
16.46 Uhr: Polizeieinsätze nehmen zu
Der Alkohol hinterlässt erste Spuren und sorgt für steigende Polizeieinsätze.
Das bestätigt ein Sprecher am Nachmittag. "So langsam wirkt bei den Feiernden der Alkohol, so dass auch bei uns stetig die Einsätze zunehmen." Stress soll es aber nach wie vor keinen geben. "Aber alles noch im Rahmen", heißt es.
Demnach füllen sich die Zülpicher Straße und Co. derzeit nicht mehr, teilt er mir. Insgesamt seien bislang sieben Personen in Gewahrsam genommen worden.
15.35 Uhr: Südstadt füllt sich
Rund um den Chlodwigplatz haben sich inzwischen immer mehr Jecke versammelt.
Der Reiter-Korps Jan von Werth hat vor Kurzem seine musikalische Begleitung gestartet und die Massen zum Mitsingen und Mitschunkeln gebracht.
Kölle, du bes e Geföhl!
15.08 Uhr: Polizei zieht erste Party-Bilanz
Erste Bilanz der Kölner Polizei!
Laut eines Sprechers erlebe man bislang einen sehr ruhigen Tag. "Es ist sehr überschaubar bisher, wir haben im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr wenig zu tun."
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch das durchwachsene Wetter. "Die Auslastung ist auf allen Plätzen nicht sonderlich hoch. Das wird sicherlich eine Rolle spielen."
14.57 Uhr: Der Regen setzt wieder ein
In vielen Veedeln hat es nach einer kurzen trockenen Phase mittlerweile wieder angefangen zu nieseln - das zeigt sich auch auf den Straßen.
Beispielsweise im Belgischen hält sich der Trubel draußen in Grenzen. Die Kneipen allerdings füllen sich zunehmend.
11.11 Uhr: Der Straßenkarneval ist offiziell eröffnet
Kölle Alaaf - der Straßenkarneval ist offiziell eröffnet!
Das schlechte Wetter tut der guten Laune keinen Abbruch - die Stimmung unter den Jecken ist ausgelassen.
11.05 Uhr: Lage auf Zülpicher Straße entspannt
Während sich in den vergangenen Jahren etliche Feiernden bereits weit vor 11.11 Uhr in der Zülpicher Straße gedrängt hatten, ist die Lage an Weiberfastnacht wetterbedingt mehr als entspannt.
Die Jecken suchen unter Fassaden und Brücken Schutz vor dem Dauerregen, während dafür die Schlangen vor den Kneipen immer länger werden. Dem Regen trotzen heute wohl nur die hartgesottenen Kostümierten.
10.45 Uhr: OB Torsten Burmester spricht zum Auftakt des Straßenkarnevals
Kölns Oberbürgermeister Burmester findet am Karneval vor allem die "Kultur des Möglich-Machens" großartig.
Das Fest funktioniere nur, weil sich unglaublich viele Menschen freiwillig engagieren, wie der OB zum Auftakt des Straßenkarnevals im Historischen Rathaus lobte.
Köln sei generell eine Stadt, in der viele ehrenamtlich mit anpacken – und das nicht nur an Karneval. Viele Freiwillige stünden dabei nie im Rampenlicht. Für das Stadtoberhaupt lebt der Karneval vom Zusammenhalt - und genau diesen Teamgeist sollte man sich auch für den Rest des Jahres bewahren.
7.22 Uhr: Erste Feiernde schon auf den Straßen
Das Wetter könnte wahrlich besser sein, waschechte Karnevalisten lassen sich davon jedoch nicht beeindrucken.
So sind die ersten Narren trotz Dauerregens in Köln - ausgestattet mit Regenschirmen - bereits gut gelaunt auf den Straßen unterwegs.
7.03 Uhr: Sicherheitskonzept für Feier-Hotspot Zülpicher Viertel
Auch in diesem Jahr werden im insbesondere beim jungen Publikum beliebten Zülpicher Viertel wieder weite Teile abgesperrt.
Zusätzlich zu den bereits bekannten Eingängen an der Roonstraße und bei der Uni-Mensa wird diesmal zudem ein weiterer Zugang an der Ecke Kyffhäuserstraße/Barbarossaplatz eingerichtet. Wenn sich zu viele Menschen in dem Bereich aufhalten, werden die Eingänge vorübergehend geschlossen.
6.24 Uhr: Alle jecken Highlights in den kommenden Tagen
Von Weiberfastnacht bis Rosenmontag und Veilchendienstag reiht sich in Köln ein jeckes Highlight ans Nächste.
Wer noch unschlüssig ist, wie er seine Karnevalstage am besten verplanen soll, kann sich hier einen groben Überblick über das jecke Programm in den kommenden Tagen verschaffen.
6.02 Uhr: Karnevals-Wetter lässt zu wünschen übrig
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte es bereits am Mittwoch angekündigt: Das Wetter ist dieses Jahr nicht auf der Seite der Jecken.
Statt Sonnenschein ist Regenalarm angesagt. Wer auf den Straßen feiert, sollte sein Kostüm dementsprechend wetterfest machen.
Nach DWD-Prognose bleibt es tagsüber stark bewölkt, dazu wird es nass. Die Höchstwerte liegen immerhin bei milden 8 bis 12 Grad.
5.30 Uhr: Uralte Tradition - ab heute wird wieder tagelang gefeiert
Weiberfastnacht, im Kölschen "Wieverfastelovend", markiert den Beginn des Straßenkarnevals.
Ihren Ursprung hat die Tradition im 19. Jahrhundert: 1824 gründeten Wäscherinnen aus dem rechtsrheinischen Beuel ein eigenes "Damenkomitee", weil sie vom bis dahin männerdominierten Karneval ausgeschlossen waren.
Der Legende nach wollten sie sich einmal im Jahr von Arbeit und gesellschaftlichen Zwängen befreien - und übernahmen symbolisch das Regiment. Daraus entwickelte sich der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden, als Zeichen der zeitweiligen Machtübernahme der Frauen.
Heute beginnt der Wieverfastelovend traditionell um 11.11 Uhr. Tausende Jecke feiern dann in der Kölner Innenstadt und in den Veedeln den Auftakt der "heißen Phase" des Karnevals.
Erstmeldung vom 12. Februar, 5.30 Uhr, zuletzt aktualisiert um 22.33 Uhr.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
