Weiberfastnacht in Köln: Frau von Machete bedroht, Vergewaltigung im Zülpicher Viertel

Köln - Die Jecken sind los! An diesem Donnerstag ist in Köln der Startschuss für den Straßenkarneval gefallen. Neben wetterbedingten Planänderungen der Feiernden kam es mancherorts auch zu brisanten Polizeieinsätzen.

An Weiberfastnacht sind in Köln Zehntausende Jecke durch die Straßen gezogen. Bis tief in die Nacht geht die Party vielerorts in den Kneipen weiter. (Archivbild)
An Weiberfastnacht sind in Köln Zehntausende Jecke durch die Straßen gezogen. Bis tief in die Nacht geht die Party vielerorts in den Kneipen weiter. (Archivbild)  © Oliver Berg/dpa

Die Domstadt gilt bekanntlich als Hauptstadt des närrischen Treibens.

Um den Ansturm an Jecken zu bewältigen, war das Ordnungsamt mit bis zu 400 Mitarbeitern und rund 2600 Sicherheitskräften von externen Dienstleistern an Weiberfastnacht im Einsatz.

Zusätzlich waren bis zu 1500 Polizisten auf den Straßen Kölns unterwegs, um allen Karnevalisten ein möglichst sicheres Altweiber zu ermöglichen.

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Köln Lokal Karneval in Köln: Dieser Mann führt diesjährigen Rosenmontagszug an

In vielen Städten haben um 11.11 Uhr Frauen traditionell die Rathäuser gestürmt und symbolisch die Macht übernommen. In Köln stand pünktlich zum Party-Start das Dreigestirn mit Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) auf der Bühne.

Hier der TAG24-Ticker über das bunte Treiben zum Nachlesen.

20.36 Uhr: Frau von Machete bedroht, Ermittlungen wegen Vergewaltigung und Polizist verletzt

Inmitten aller Partys und Karnevalsfeierlichkeiten ist es am Donnerstag auch zu ziemlich brisanten Einsätzen der Polizei gekommen.

Eine Frau hat in der Weidengasse ihr Handy an einen Unbekannten verliehen, der es kurz darauf einsteckte, die Frau mit einer Machete bedrohte und flüchtete. In einem anderen Fall ermitteln die Beamten wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung unter Männern im Zülpicher Viertel.

Später sei ein Polizei durch einen Randalierer schwer am Kopf verletzt worden, als dieser den Mann beruhigen wollte. Der Beamte war im Anschluss nicht mehr dienstfähig.

19.38 Uhr: Ordnungsamt gibt erschreckende Details preis

Mehr als 400 Jugendliche sind im Bereich der Zülpicher Straße mit Alkohol und Tabak erwischt worden, obwohl sie beides nicht hätten besitzen dürfen. Das hat das Kölner Ordnungsamt inzwischen mitgeteilt.

Am späten Nachmittag hat es sich am "Zülpi" noch einmal ordentlich gefüllt. Trotzdem verläuft alles friedlich.

In der Domstadt gehen an diesem Donnerstag wieder mehrere Tausend Liter Kölsch über die Ladentheke.
In der Domstadt gehen an diesem Donnerstag wieder mehrere Tausend Liter Kölsch über die Ladentheke.  © Rolf Vennenbernd/dpa

18.06 Uhr: Betrunkene und Wildpinkler werden mehr

Mit steigendem Alkoholpegel sinkt bei einigen - wie jedes Jahr - die Hemmschwelle und das Schamgefühl.

Auf der Partymeile Zülpicher Platz, Barbarossaplatz, Chlodwigplatz und Ubierring nehmen am Nachmittag die Alkoholleichen und Wildpinkler deutlich zu.

16.46 Uhr: Polizeieinsätze nehmen zu

Der Alkohol hinterlässt erste Spuren und sorgt für steigende Polizeieinsätze.

Das bestätigt ein Sprecher am Nachmittag. "So langsam wirkt bei den Feiernden der Alkohol, so dass auch bei uns stetig die Einsätze zunehmen." Stress soll es aber nach wie vor keinen geben. "Aber alles noch im Rahmen", heißt es.

Demnach füllen sich die Zülpicher Straße und Co. derzeit nicht mehr, teilt er mir. Insgesamt seien bislang sieben Personen in Gewahrsam genommen worden.

Drei lange Monate hatten die Jecken us Kölle auf den Karneval warten müssen - jetzt kennt die Freude kein Halten mehr.
Drei lange Monate hatten die Jecken us Kölle auf den Karneval warten müssen - jetzt kennt die Freude kein Halten mehr.  © Rolf Vennenbernd/dpa

15.35 Uhr: Südstadt füllt sich

Rund um den Chlodwigplatz haben sich inzwischen immer mehr Jecke versammelt.

Der Reiter-Korps Jan von Werth hat vor Kurzem seine musikalische Begleitung gestartet und die Massen zum Mitsingen und Mitschunkeln gebracht.

Kölle, du bes e Geföhl!

An einem der Kölner Kioske herrschen im Karnevals-Zeitraum strikte Regeln rund um den Verkauf von Messern und Co.
An einem der Kölner Kioske herrschen im Karnevals-Zeitraum strikte Regeln rund um den Verkauf von Messern und Co.  © Thomas Banneyer/dpa

15.08 Uhr: Polizei zieht erste Party-Bilanz

Erste Bilanz der Kölner Polizei!

Laut eines Sprechers erlebe man bislang einen sehr ruhigen Tag. "Es ist sehr überschaubar bisher, wir haben im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr wenig zu tun."

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch das durchwachsene Wetter. "Die Auslastung ist auf allen Plätzen nicht sonderlich hoch. Das wird sicherlich eine Rolle spielen."

Das Epizentrum des Karnevals: Die Zülpicher Straße. Viele Jecke trotzen dem Regen und lassen sich die gute Laune nicht nehmen.
Das Epizentrum des Karnevals: Die Zülpicher Straße. Viele Jecke trotzen dem Regen und lassen sich die gute Laune nicht nehmen.  © Thomas Banneyer/dpa

14.57 Uhr: Der Regen setzt wieder ein

In vielen Veedeln hat es nach einer kurzen trockenen Phase mittlerweile wieder angefangen zu nieseln - das zeigt sich auch auf den Straßen.

Beispielsweise im Belgischen hält sich der Trubel draußen in Grenzen. Die Kneipen allerdings füllen sich zunehmend.

11.11 Uhr: Der Straßenkarneval ist offiziell eröffnet

Kölle Alaaf - der Straßenkarneval ist offiziell eröffnet!

Das schlechte Wetter tut der guten Laune keinen Abbruch - die Stimmung unter den Jecken ist ausgelassen.

11.05 Uhr: Lage auf Zülpicher Straße entspannt

Während sich in den vergangenen Jahren etliche Feiernden bereits weit vor 11.11 Uhr in der Zülpicher Straße gedrängt hatten, ist die Lage an Weiberfastnacht wetterbedingt mehr als entspannt.

Die Jecken suchen unter Fassaden und Brücken Schutz vor dem Dauerregen, während dafür die Schlangen vor den Kneipen immer länger werden. Dem Regen trotzen heute wohl nur die hartgesottenen Kostümierten.

Die Schlangen vor den Kölner Kneipen werden länger. Wer dem Regen auf den Straßen trotzt, schützt sich zumeist mit Regenponchos oder Schirmen.
Die Schlangen vor den Kölner Kneipen werden länger. Wer dem Regen auf den Straßen trotzt, schützt sich zumeist mit Regenponchos oder Schirmen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

10.45 Uhr: OB Torsten Burmester spricht zum Auftakt des Straßenkarnevals

Kölns Oberbürgermeister Burmester findet am Karneval vor allem die "Kultur des Möglich-Machens" großartig.

Das Fest funktioniere nur, weil sich unglaublich viele Menschen freiwillig engagieren, wie der OB zum Auftakt des Straßenkarnevals im Historischen Rathaus lobte.

Köln sei generell eine Stadt, in der viele ehrenamtlich mit anpacken – und das nicht nur an Karneval. Viele Freiwillige stünden dabei nie im Rampenlicht. Für das Stadtoberhaupt lebt der Karneval vom Zusammenhalt - und genau diesen Teamgeist sollte man sich auch für den Rest des Jahres bewahren.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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