Regierungsbunker bei Bonn seit 25 Jahren dicht: Eine Neuerung soll Besucher locken!

Marienthal - Vor 25 Jahren hat die Bundesregierung das Ende ihres Bunkers im Ahrtal beschlossen - nun plant das dortige Museum eine Ausweitung seiner Tunnelführungen auf fünf Kilometer Länge. "Das wäre bundesweit einmalig", sagte einer der Experten dieser Dokumentationsstätte, Jörg Diester, der Deutschen Presse-Agentur.

Im Angriffsfall wäre das unterirdische Tunnelsystem im Ahrtal südlich der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn Fluchtort für die Regierenden gewesen.
Im Angriffsfall wäre das unterirdische Tunnelsystem im Ahrtal südlich der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn Fluchtort für die Regierenden gewesen.  © Thomas Frey/dpa

Die Führungen durch Haupt- und Nebentunnel der einst 17 Kilometer langen unterirdischen Anlage könnten in Abstimmung mit Behörden im nächsten Jahr starten - und drei Stunden dauern. "Wir wollen unsere Attraktivität damit nochmals deutlich erhöhen", erklärte Diester.

Das Museum im derzeit noch zugänglichen Tunnelstück von 200 Meter Länge erwarte in der ersten Jahreshälfte 2023 seinen einmillionsten Besucher. Von der Flutkatastrophe im Sommer 2021 im Ahrtal war der Bunker nicht betroffen - er befindet sich als eines der bundesweit einst bizarrsten Bauwerke gut 40 Meter über dem Fluss.

An diesem Freitag (9.12.) liegt der Beschluss des Bundeskabinetts zur Schließung des Bunkers bei Marienthal südlich der damaligen Hauptstadt Bonn exakt ein Vierteljahrhundert zurück.

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"Der Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes in Marienthal wird aufgegeben", hieß es damals in der Vorlage laut dem "Magazin Bevölkerungsschutz" des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (2/2022).

Bunker eines der teuersten Bauwerke der alten Bundesrepublik

Von dem einst 17 Kilometern langen unterirdischen Tunnelgeflecht sind noch 200 Meter als Museum erhalten geblieben.
Von dem einst 17 Kilometern langen unterirdischen Tunnelgeflecht sind noch 200 Meter als Museum erhalten geblieben.  © Thomas Frey/dpa

Hintergrund waren veraltete Technik und unzureichender Brandschutz sowie die deutsche Wiedervereinigung und der Zerfall der Sowjetunion. Inzwischen wird angesichts von Russlands Krieg gegen die Ukraine wieder mehr über Schutzräume diskutiert.

897 Büro- und 936 Schlafräume zählte der Bunker seinerzeit - er war damit eines der teuersten Bauwerke der alten Bundesrepublik. Der tunnelreiche Bunker unter Weinbergen sollte 3000 Amtsträger vor einem Dritten Weltkrieg mit Atomwaffen schützen.

Regelmäßig gab es hier auch Nato-Übungen. Nach dem Mauerfall versuchte der Bund vergeblich, seinen Bunker zu verkaufen. Schließlich ließ er ihn bis auf 200 Meter entkernen.

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Jörg Diester, Autor mehrerer Bücher über diese Schutzräume, sagte, notfalls könnten die nicht verfüllten Tunnel wieder ertüchtigt werden. Das Bundesinnenministerium verneinte dies aber vor einiger Zeit.

Laut Diester hat der Bund zwar inzwischen die oberirdischen Flächen des westlichen Bunkerteils, "aber keinen Quadratmeter der östlichen Außenflächen verkauft".

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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